DNA-Veränderungen helfen, Krankheiten und Sterblichkeit vorherzusagen

Anti-Aging und Alternsforschung, Gesundheitsnews, Medizin und Forschung

Günter Weplad, Veröffentlicht am: 23.02.2024, Lesezeit: 4 Minuten

Auf dem Gebiet der Altersforschung suchen Wissenschaftler ständig nach innovativen Methoden zur Vorhersage des Gesundheitszustands und der Sterblichkeit bei älteren Erwachsenen. Ein faszinierender Weg der Erforschung ist die Schätzung des biologischen Alters durch Veränderungen der DNA, insbesondere durch einen als DNA-Methylierung bekannten Prozess.

Biologisches Alter und epigenetische Uhren verstehen

Jüngste Studien haben das Potenzial von DNA-basierten Biomarkern zur Vorhersage altersbedingter Gesundheitszustände und Sterblichkeit beleuchtet. Bevor wir uns mit den Forschungsergebnissen befassen, ist es wichtig, das Konzept des biologischen Alters und der epigenetischen Uhr zu verstehen. Biologisches Alter bezieht sich auf die kumulativen Schäden, physiologischen Veränderungen und Funktionsverluste, die im Laufe der Zeit in den Zellen einer Person auftreten. Epigenetische Uhren hingegen sind Instrumente, die von Forschern verwendet werden, um das biologische Alter anhand spezifischer biologischer Marker zu quantifizieren. Diese Uhren beruhen auf der Idee, dass sich bestimmte epigenetische Veränderungen, wie z. B. DNA-Methylierungsmuster, im Laufe der Zeit in den Zellen vorhersehbar verändern. Durch die Analyse dieser Veränderungen können Wissenschaftler das biologische Alter einer Person schätzen und die Korrelation mit verschiedenen Gesundheitszuständen bewerten.

Die Studie und ihre Ziele

Die Studie, die in den Proceedings of the National Academy of Sciences veröffentlicht wurde, hatte zum Ziel, die Vorhersagekraft epigenetischer Uhren in Bezug auf altersbedingte Gesundheitsergebnisse und Sterblichkeit bei älteren Erwachsenen zu untersuchen. Das Forscherteam unter der Leitung von Wissenschaftlern der University of Michigan wollte herausfinden, ob epigenetische Uhren zusätzliche Informationen zu den herkömmlichen Prädiktoren wie demografische Daten, sozioökonomischer Status, psychische Gesundheit und Gesundheitsverhalten liefern können.

Befunde und Implikationen

Die Studie analysierte Daten von über 3.500 Teilnehmern der Health and Retirement Study, einer langfristigen, landesweit repräsentativen Studie von Amerikanern im Alter von 51 Jahren und älter. Die Forscher verwendeten drei Generationen von epigenetischen Uhren: die erste Generation (Horvath und Hannum), die zweite Generation (GrimAge und PhenoAge) und die dritte Generation (die DunedinPACE-Uhr). Sie untersuchten den Zusammenhang zwischen epigenetischer Altersbeschleunigung und altersbedingten Gesundheitsfolgen, einschließlich kognitiver Dysfunktion, funktioneller Einschränkungen, Entwicklung mehrerer chronischer Erkrankungen und Sterblichkeit.

Die Ergebnisse zeigten, dass epigenetische Altersbeschleunigungsmaße durchgängig mit den wichtigsten Gesundheitsergebnissen des Alterns verbunden waren. Soziale und verhaltensbezogene Faktoren blieben jedoch stärkere Prädiktoren für altersbezogene Ergebnisse als epigenetische Altersbeschleunigungsmaße, mit Ausnahme der Multimorbidität (mehrere chronische Krankheiten). In Kombination mit anderen Biomarkern sagte das epigenetische Alter immer noch die Sterblichkeit und Multimorbidität voraus, nicht aber funktionelle Schwierigkeiten oder kognitive Funktionsstörungen.

Diese Ergebnisse deuten darauf hin, dass epigenetische Altersmessungen zwar wertvolle Erkenntnisse für die Altersforschung und die Vorhersage des Gesundheitszustands im späteren Leben liefern, dass sie aber in Verbindung mit traditionellen sozialen und verhaltensbezogenen Prädiktoren betrachtet werden sollten. Die Integration epigenetischer Uhren mit anderen Biomarkern könnte die Genauigkeit der Vorhersagen erhöhen und ein umfassenderes Verständnis altersbedingter Gesundheitszustände ermöglichen.

Zukünftige Richtungen und Forschung

Die Studie eröffnet Möglichkeiten für weitere Forschungen, um die möglichen Unterschiede bei der Vorhersage der Altersbeschleunigung in verschiedenen Bevölkerungsgruppen zu untersuchen. Zu verstehen, wie das epigenetische Alter in verschiedenen Bevölkerungsgruppen variiert, kann zur Entwicklung von personalisierten Interventionen und Strategien zur Förderung eines gesunden Alterns beitragen.

Fazit

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Schätzung des biologischen Alters anhand von DNA-Veränderungen vielversprechend für die Vorhersage des Gesundheitszustands und der Sterblichkeit bei älteren Erwachsenen ist. Die vom NIA finanzierte Studie hat das Potenzial epigenetischer Uhren als wertvolle Instrumente in der Alternsforschung aufgezeigt. Während soziale und verhaltensbezogene Faktoren nach wie vor zuverlässige Prädiktoren darstellen, kann die Integration epigenetischer Altersmessungen mit traditionellen Prädiktoren und Biomarkern ein umfassenderes Verständnis altersbedingter Gesundheitszustände ermöglichen. Während sich das Gebiet der Geriatrie weiterentwickelt, könnte die Verwendung von DNA-basierten Biomarkern unsere Fähigkeit zur Vorhersage und zum Management von Gesundheitszuständen bei älteren Erwachsenen revolutionieren.

Quellen und weiterführende Informationen

  1. Faul JD, et al. Epigenetic-based age acceleration in a representative sample of older Americans: Associations with aging-related morbidity and mortality.Proceedings of the National Academy of Sciences of the United States of America. 2023;120(23):e2215840120. doi: 10.1073/pnas.2215840120.
  2. Mortalität, Wikipeida 2024.

gw


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