Was ist Rehabilitationstechnik?

Medizinische Verfahren und Medizintechnik

Medizin Doc Redaktion, aktualisiert am 24. November 2021, Lesezeit: 4 Minuten

Rehabilitationstechnik ist die Anwendung ingenieurwissenschaftlicher Prinzipien, um 1) technologische Lösungen und Geräte zur Unterstützung von Menschen mit Behinderungen zu entwickeln und 2) die Wiederherstellung körperlicher und kognitiver Funktionen zu fördern, die aufgrund von Krankheiten oder Verletzungen verloren gegangen sind.

Rehabilitationsingenieure entwerfen und bauen Geräte und Systeme für ein breites Spektrum von Bedürfnissen, die Menschen in den Bereichen Mobilität, Kommunikation, Hören, Sehen und Wahrnehmung unterstützen können. Diese Hilfsmittel helfen den Menschen bei alltäglichen Aktivitäten im Zusammenhang mit Beschäftigung, unabhängigem Leben und Bildung.

Bei der Rehabilitationstechnik kann es sich um relativ einfache Beobachtungen der Art und Weise handeln, wie Personen Aufgaben ausführen, und um Anpassungen, um weitere Verletzungen und Beschwerden zu vermeiden. Am anderen Ende des Spektrums umfasst die Rehabilitationstechnik hochentwickelte Gehirn-Computer-Schnittstellen, die es schwerbehinderten Menschen ermöglichen, Computer und andere Geräte zu bedienen, indem sie einfach an die Aufgabe denken, die sie ausführen wollen.

Rehabilitationsingenieure verbessern auch die Standard-Rehabilitationsmethoden, um Funktionen wiederzuerlangen, die durch angeborene Störungen, Krankheiten (wie Schlaganfall oder Gelenkersatz) oder Verletzungen (wie Verlust von Gliedmaßen) verloren gegangen sind, um die Mobilität wiederherzustellen.

Wie kann die zukünftige Forschung im Bereich Rehabilitationstechnik die Lebensqualität des Einzelnen verbessern?

Die laufende Forschung im Bereich der Rehabilitationstechnik befasst sich mit dem Entwurf und der Entwicklung innovativer Technologien und Techniken, die Menschen dabei helfen können, körperliche oder kognitive Funktionen wiederzuerlangen. Zum Beispiel:

  • Rehabilitationsrobotik, d. h. der Einsatz von Robotern als Therapiehilfen und nicht nur als Hilfsmittel. Intelligente Rehabilitationsroboter unterstützen das Mobilitätstraining von Menschen, die unter Bewegungseinschränkungen leiden, z. B. nach einem Schlaganfall.
  • Virtuelle Rehabilitation, bei der Simulationsübungen in virtueller Realität für die körperliche und kognitive Rehabilitation eingesetzt werden. Diese Hilfsmittel sind unterhaltsam, motivieren die Patienten zu Übungen und liefern objektive Messwerte wie den Bewegungsumfang. Die Übungen können vom Patienten zu Hause durchgeführt und von einem Therapeuten über das Internet überwacht werden (so genannte Tele-Rehabilitation), was nicht nur bequem ist, sondern auch Kosten spart.
  • Physikalische Prothesen, wie z. B. intelligentere künstliche Beine mit angetriebenen Knöcheln, Exoskelette, gelenkige obere Gliedmaßen und Hände. Dies ist ein Bereich, in dem die Forscher weiterhin Fortschritte bei Design und Funktion machen, um die natürliche Bewegung der Gliedmaßen und die Absicht des Benutzers besser nachzuahmen.
  • Fortgeschrittene Kinematik zur Analyse der menschlichen Bewegung, der Muskelelektrophysiologie und der Gehirnaktivität, um die menschlichen Funktionen genauer zu überwachen und Sekundärverletzungen zu vermeiden.
  • Sinnesprothesen wie Netzhaut- und Cochlea-Implantate, die einen Teil der verlorenen Funktionen wiederherstellen, um Navigation und Kommunikation zu ermöglichen und die Unabhängigkeit und Integration in die Gemeinschaft zu verbessern.
  • Gehirn-Computer-Schnittstellen, die es schwerbehinderten Menschen ermöglichen, zu kommunizieren und auf Informationen zuzugreifen. Diese Technologien nutzen die elektrischen Impulse des Gehirns, um den Menschen zu ermöglichen, einen Computercursor oder einen Roboterarm zu bewegen, der Gegenstände greifen oder Textnachrichten versenden kann.
  • Modulation von Organfunktionen, z. B. bei Harn- und Stuhlinkontinenz und sexuellen Störungen. Jüngste Entwicklungen in der Neuromodulation des peripheren Nervensystems versprechen die Behandlung von Organfunktionen bei Rückenmarksverletzungen.
  • Behandlung sekundärer Störungen, wie z. B. Schmerztherapie.


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