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University of Helsinki: Depression hat Einfluss auf die visuelle Wahrnehmung

University of Helsinki: Depression hat Einfluss auf die visuelle Wahrnehmung

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Ein Beitrag der Medizin Doc Redaktion vom 29. März 2021

Bei depressiven Menschen ist die Informationsverarbeitung des Gehirns verzerrt. In einer Studie der University of Helsinki wurde festgestellt, dass bei depressiven Patienten auch die Verarbeitung von visuellen Wahrnehmungen variiert.

Auf Psychiatrie und Psychologie spezialisierte Forscher an der Universität Helsinki untersuchten die Auswirkungen von Depressionen auf die visuelle Wahrnehmung.

Die Ergebnisse der Studie bestätigten, dass die Verarbeitung visueller Informationen bei depressiven Menschen verändert ist. Dieses Phänomen hängt höchstwahrscheinlich mit der Verarbeitung von Informationen in der Großhirnrinde zusammen.

Im Rahmen der Studie wurde die Verarbeitung visueller Informationen von Patienten mit einer Depression mit der einer Kontrollgruppe anhand von zwei visuellen Tests verglichen. In den Wahrnehmungstests verglichen die Testpersonen die Helligkeit und den Kontrast von einfachen Mustern.

Laut Viljami Salmela, Research Fellow der Academy of Finland, war das Überraschende, dass depressive Patientinnen und Patienten den Kontrast der gezeigten Bilder anders wahrnahmen als nicht-depressive Personen.

Die an einer Depression leidenden Patienten nahmen die in den Mustern dargestellte visuelle Täuschung als schwächer und damit den Kontrast als etwas stärker wahr, als diejenigen, bei denen keine Depression diagnostiziert worden war.

Der Kontrast war den Forschern zufolge bei den nicht-depressiven Probanden um etwa 20 Prozent unterdrückt, während der entsprechende Wert bei den depressiven Patienten bei etwa 5 Prozent lag.

Die Identifizierung der Veränderungen in der Gehirnfunktion, die psychischen Störungen zugrunde liegen, ist wichtig, um das Verständnis für die Entstehung dieser Erkrankungen zu verbessern und um wirksame Therapien für sie entwickeln zu können.

Die Forscher halten es aus diesem Grund für notwendig, die durch Depressionen verursachte veränderte Verarbeitung visueller Informationen durch das Gehirn weiter zu erforschen.

Nach Ansicht der Forscher wäre es hilfreich, die Anwendbarkeit von Wahrnehmungstests zu überprüfen und weiterzuentwickeln, sowohl als Forschungsmethode als auch als mögliche Methode, um Störungen der Informationsverarbeitung bei Betroffenen zu erkennen.

Die Wahrnehmungstests könnten beispielsweise als zusätzliches Hilfsmittel dienen, wenn es darum geht, die Wirkung verschiedener Therapien im Verlauf der Behandlung zu beurteilen.

Allerdings lassen sich nach Aussage der Forscher Depressionen nicht durch Tests der visuellen Wahrnehmung identifizieren, da die beobachteten Unterschiede gering sind und sich speziell beim Vergleich von Gruppen manifestieren.

Die vorliegende Studie wurde im Journal of Psychiatry and Neuroscience veröffentlicht. Titel der Studie: Reduced visual contrast suppression during major depressive episodes (Die Autoren der Studie sind: Viljami Salmela, Lumikukka Socada, John Söderholm, Roope Heikkilä, Jari Lahti, Jesper Ekelund, Erkki Isometsä).

(Quellen: University of Helsinki / Journal of Psychiatry and Neuroscience, 2021; 46 (2) DOI: 10.1503/jpn.200091 )

Der Beitrag beschäftigt sich mit einem medizinischen Thema, einem Gesundheitsthema oder einem oder mehreren Krankheitsbildern. Dieser Artikel dient nicht der Selbst-Diagnose und ersetzt auch keine Diagnose durch einen Arzt oder Facharzt. Bitte lesen und beachten Sie hier auch den Hinweis zu Gesundheitsthemen!

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