Studie: Welche Kinder weniger Angst und Depressionen haben

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ddp, Beitrag vom 22. Mai 2022

Laut einer neuen Studie haben Kinder, die mehr Zeit mit Abenteuerspielen verbringen, weniger Symptome von Angst und Depression und waren während der ersten Lockdowns im Rahmen von COVID-19 glücklicher.

Für die Studie unter der Leitung der Universität Exeter wurden Eltern befragt, wie oft ihre Kinder „aufregende und spannende“ Spiele spielen, bei denen sie möglicherweise Angst und Unsicherheit erleben.

Die im Fachblatt Child Psychiatry & Human Development veröffentlichte wissenschaftliche Forschungsarbeit kommt zu einer Zeit, in der die Kinder von heute immer weniger Gelegenheiten für abenteuerliche Spiele außerhalb des Blickfelds der Erwachsenen haben, wie zum Beispiel auf einem Baum zu klettern, Fahrrad zu fahren, von hohen Objekten zu springen oder an einem Ort zu spielen, an dem sie von den Erwachsenen nicht gesehen werden.

Mit der genannten Studie sollte die Theorie überprüft werden, dass abenteuerliches Spielen Lernmöglichkeiten bietet, die zur Stärkung der Widerstandsfähigkeit von Kindern beitragen und so psychischen Problemen vorbeugen können.

Die Wissenschaftler befragten dazu knapp 2.500 Eltern von Kindern im Alter von 5 bis 11 Jahren. Dabei beantworteten sie Fragen zum Freizeitverhalten ihres Kindes, zu ihrer allgemeinen psychischen Gesundheit (vor COVID) und zu ihrer Stimmungslage während des ersten Lockdowns.

Es wurden zwei Gruppen von Eltern befragt: eine Gruppe von 427 Eltern, die in Nordirland leben, und eine landesweit repräsentative Gruppe von 1919 Eltern, die in Großbritannien (England, Wales und Schottland) leben.

Die Forschungsergebnisse zeigen, dass Kinder, die mehr Zeit im Freien verbringen, weniger „internalisierende Probleme“ haben, also weniger Ängste und Depressionen. Diese Kinder waren auch während des ersten Lockdowns positiver eingestellt.

Die Auswirkungen waren relativ gering, wie angesichts der Vielzahl von Faktoren, die die psychische Gesundheit von Kindern beeinflussen, zu erwarten war. Allerdings waren die Untersuchungsergebnisse auch dann noch konsistent, wenn die Forschenden eine breite Palette demografischer Variablen berücksichtigten, darunter das Geschlecht der Kinder, das Alter, den Beschäftigungsstatus der Eltern usw. sowie die psychische Gesundheit der Eltern.

Die Studie in Großbritannien ergab außerdem, dass der Effekt bei Kindern aus einkommensschwachen Familien stärker ausgeprägt war als bei Kindern, die in einkommensstärkeren Haushalten aufwuchsen.

Nach Ansicht von Helen Dodd, Professorin für Kinderpsychologie an der University of Exeter, ist die psychische Gesundheit von Kindern heute wichtiger denn je, und die Ergebnisse der Studie zeigen, dass die psychische Gesundheit von Kindern geschützt werden können, indem dafür gesorgt wird, dass die Kinder ausreichend Gelegenheit zum abenteuerlichen Spielen haben.

Quellen

University of Exeter / Helen F. Dodd et al, Child’s Play: Examining the Association Between Time Spent Playing and Child Mental Health, Child Psychiatry & Human Development (2022). DOI: 10.1007/s10578-022-01363-2

ddp

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