Studie: Unterschiede zwischen Mann und Frau in Bezug auf Resilienz, Einsamkeit, Wohlbefinden und …

Gesundheitsnews, Medizin und Forschung

Torsten Lorenz, aktualisiert am 4. Februar 2022, Lesezeit: 4 Minuten

Eine Studie von Forscherinnen und Forschern der University of California in San Diego zeigt, dass Männer und Frauen unterschiedliche Stärken haben.

Frauen erzielen demnach höhere Werte bei mitgefühlsbezogenen Fähigkeiten und Selbstreflexion, während Männer höhere Werte bei kognitiv-bezogenen Fähigkeiten und der Steuerung und Kontrolle von Emotionen erzielen.

Aus früheren Forschungsarbeiten ist bekannt, dass Weisheit ein Persönlichkeitsmerkmal ist, das die psychische Gesundheit und das Wohlbefinden von Menschen fördert.

Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler an der University of California San Diego School of Medicine untersuchten die geschlechtsspezifischen Unterschiede in Bezug auf Weisheit, wobei sie zwei verschiedene validierte Skalen verwendeten.

Die vorliegende Studie untersuchte speziell geschlechtsspezifische Unterschiede in Bezug auf Weisheit und damit zusammenhängende Themenbereiche wie Einsamkeit, Optimismus, Wohlbefinden, Resilienz (Widerstandsfähigkeit) und Depressionen.

Insgesamt nahmen 659 Menschen im Alter von 27 bis 103 Jahren an der Studie teil und füllten sowohl den Weisheitstest von San Diego (SD-WISE) als auch die dreidimensionale Weisheitsskala (3D-WS) aus.

Die SD-WISE umfasst 24 Themen, die sich auf sechs definierte Aspekte von Weisheit beziehen: pro-soziales Verhalten (Empathie und Mitgefühl), Emotionsregulierung, Selbstreflexion, Akzeptanz von Ungewissheit und unterschiedlicher Sichtweisen, Resilienz (Widerstandsfähigkeit), Entscheidungsfreudigkeit und soziale Beratung.

Der 3D-WS enthält 39 Punkte, die drei Dimensionen der Weisheit abdecken: kognitiv, affektiv oder mitfühlend/reflektierend.

Laut den Forscherinnen und Forschern erzielten Frauen im Allgemeinen höhere Werte bei den auf Mitgefühl bezogenen Themen und bei der Selbstreflexion, während Männer höhere Werte bei den auf Kognition bezogenen Themen und bei der Emotionskontrolle erzielten.

Im Allgemeinen war die Gesamtpunktzahl des 3-D-WS bei Frauen höher als bei Männern, aber es gab keinen geschlechtsspezifischen Unterschied bei der Gesamtpunktzahl des SD-WISE.

Sowohl bei Frauen als auch bei Männern war Weisheit mit größerem psychischen Wohlbefinden, Optimismus und Resilienz (Widerstandsfähigkeit) sowie einem geringeren Maß an Depression und Einsamkeit verbunden.

Mit dieser Studie sollten Informationen über mögliche Unterschiede zwischen Männern und Frauen in Bezug auf Weisheit gewonnen werden, die sich auf das menschliche Wohlbefinden auswirken könnten, erklärte Dilip V. Jeste, Professor für Psychiatrie und Neurowissenschaften an der UC San Diego School of Medicine.

Dabei fanden die Forschenden heraus, dass Frauen und Männer unterschiedliche relative Stärken in Bezug auf Weisheit haben, die wahrscheinlich sowohl durch soziokulturelle als auch biologische Faktoren bedingt sind.

Ein verbessertes Verständnis von Weisheit und wie man sie verbessern kann, hat den Forschern zufolge gesundheitliche Vorteile und einen hohen Wert für den Einzelnen und die Gesellschaft.

Andere Studien haben gezeigt, dass bestimmte Komponenten der Weisheit wie Empathie/Mitgefühl und Emotionskontrolle durch geeignete psychosoziale und verhaltensbezogene Behandlungsmaßnahmen verbessert werden können.

Durch Untersuchungen wie die vorliegende können nach Ansicht der Studienautoren Maßnahmen zur Förderung der Weisheit auf der Grundlage spezifischer Merkmale auf den Einzelnen zugeschnitten werden

Die Ergebnisse der Studie wurden in der Fachzeitschrift Frontiers in Psychology veröffentlicht.

Quellen: University of California – San Diego / Emily B. H. Treichler, Barton W. Palmer, Tsung-Chin Wu, Michael L. Thomas (Colorado State University), Xin M. Tu, Rebecca Daly, Ellen E. Lee, Dilip V. Jeste. Women and Men Differ in Relative Strengths in Wisdom Profiles: A Study of 659 Adults Across the Lifespan. Frontiers in Psychology, 2022; 12 DOI: 10.3389/fpsyg.2021.769294

vgt"

Der Beitrag beschäftigt sich mit einem medizinischen Thema, einem Gesundheitsthema oder einem oder mehreren Krankheitsbildern. Dieser Artikel dient nicht der Selbst-Diagnose und ersetzt auch keine Diagnose durch einen Arzt oder Facharzt. Bitte lesen und beachten Sie hier auch den Hinweis zu Gesundheitsthemen!

Hirnaktivität bei Stress: Verbindung zu Depression, Angst und Herzrisiko

Depression & Angst zerstören dein Herz, die unsichtbare Gefahr

Eine neue Studie zeigt, wie stressbedingte Hirnaktivität Depression und Angst mit einem erhöhten Herzkrankheitsrisiko verknüpft....

Junge Singles in den Zwanzigern: Auswirkungen auf Lebenszufriedenheit und Einsamkeit

Single in den Zwanzigern: Weniger Zufriedenheit, mehr Einsamkeit

Single in den Zwanzigern? Eine Analyse zeigt, dass dies zu mehr Einsamkeit und geringerer Lebenszufriedenheit führt....

Kinder vor Bildschirmen: Risiken für Körperfett und Adipositas

Bildschirmzeit erhöht Körperfett bei Kindern

Eine neue Studie warnt vor den Risiken: Bildschirmzeit erhöht Körperfett bei Kindern und beeinflusst die Gesundheit negativ....

Lebensmittel und Autismus-Risiko durch Immunpfade

Spezifische Lebensmittel im Zusammenhang mit Autismus-Risiko über Immunwege

Gluten & Casein könnten Autismus-Risiko via Immunwege erhöhen – Bananen schützen eventuell. Studie zu GFCF-Diät. (106 Zeichen)...

Digitaler Zwilling in der Gehirnkrebs-Therapie

Digitaler Zwilling leitet personalisierte Therapie für Gehirnkrebs-Patienten

Entwicklungen im maschinellen Lernen bieten mit dem digitalen Zwilling neue Wege zur personalisierten Therapie für Gehirnkrebs-Patienten....