Entzündungshemmer macht Immuntherapie bei Bauchspeicheldrüsenkrebs wirksam

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M.A. Dirk de Pol, aktualisiert am 8. März 2022, Lesezeit: 3 Minuten

Bei der Behandlung von Bauchspeicheldrüsenkrebs haben Medikamente, Chemo- oder Immuntherapien bislang keine großen Erfolge vorzuweisen.

In einer neuen Studie der Washington University School of Medicine in St. Louis haben Wissenschaftler nun jedoch herausgefunden, dass die Blockierung eines Entzündungsweges dazu beiträgt, dass dieser Krebs besser mit Chemo- oder Immuntherapie behandelt werden kann.

Entsprechende Forschungsergebnisse wurden in der Zeitschrift Gastroenterology veröffentlicht.

Bauchspeicheldrüsenkrebs gilt eine der tödlichsten Krebsformen. Bauchspeicheldrüsenkrebs wird oft erst diagnostiziert, wenn sich der Krebs bereits auf andere Organe ausgebreitet hat. Nach der Diagnose beträgt die durchschnittliche Überlebensdauer fünf Jahre.

Das liegt vor allem daran, dass die herkömmlichen Behandlungen wie Chemo-, Strahlen- und Immuntherapie bei Bauchspeicheldrüsenkrebs nicht so wirksam sind wie bei anderen Krebsarten.

Eine Besonderheit bei Bauchspeicheldrüsenkrebs, die die üblichen Behandlungen weniger wirksam macht, besteht darin, dass dieser Krebs eine Entzündung um die Krebstumore herum erzeugt. So erzeugt der Bauchspeicheldrüsenkrebs ein Umfeld, das die T-Zellen vorzeitig erschöpft, die zum Kampf den Krebs kommen.

Das gilt fataler Weise auch für T-Zellen, die mit Hilfe von Immuntherapietechniken verstärkt wurden, wodurch diese bei anderen Krebsarten vielversprechende Behandlung unwirksam wird.

In ihrer Studie an Mäusen mit Bauchspeicheldrüsenkrebs identifizierten die Forscher ein Protein namens IRAK4, das diese Entzündung an den Tumoren antreibt. Als sie Mäusen einen IRAK4-Inhibitor verabreichten, stellten sie fest, dass dies die Entzündungssignale reduziert. Dadurch konnten die natürlichen T-Zellen der Mäuse die Tumore leichter erreichen und bekämpfen. Auch die Wirksamkeit einer zusätzlichen Immuntherapie konnten die Forscher dadurch verbessern.

Die Überlebenszeit der Mäuse verlängerte sich durch den IRAK4-Inhibitor im Vergleich zu einem Placebo oder einer Chemotherapie. Die Überlebensrate stieg sogar noch weiter an, als die Forscher den Inhibitor und die Chemotherapie kombinierten.

Die Forscher erzielten beste Ergebnisse, als sie den Inhibitor mit einer Immuntherapie kombinierten. Mit dieser Kombination überlebten die Mäuse durchschnittlich 46 Tage, während es mit dem Inhibitor allein nur 25 Tage waren. Einige der mit der Kombination behandelten Mäuse überlebten sogar bis zu 100 Tage.

Die Forscher sind zuversichtlich, dass die Ergebnisse des Mausversuch auf den Menschen übertragen werden können. Tatsächlich werden IRAK4-Inhibitoren bereits in klinischen Studien zur Behandlung von Blutkrebs eingesetzt, und die Wissenschaftler planen, diese Behandlung schon bald in klinischen Studien für Bauchspeicheldrüsen- und Magenkrebs einzusetzen.

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