Die Bekämpfung „prä-resistenter“ Bakterien könnte Antibiotikaresistenz verhindern

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Dirk de Pol, Beitrag vom 17. Dezember 2021

In den letzten Jahrzehnten haben antibiotikaresistente Bakterien (sogenannte Superbugs) kontinuierlich zugenommen. Diese Zunahme ist so gravierend, dass Experten annehmen, dass bis 2050 jährlich Millionen Menschen daran sterben könnten.

Einem internationalen Forscherteam ist nun ein bedeutender Durchbruch gelungen, indem es zum ersten Mal frühe Anzeichen für eine sich abzeichende Resistenz von Bakterien gegen Antibiotika festgestellt haben. Dies könnte stärker feinabgestimmte Therapien ermöglichen, die Superbugs im Keim ersticken.

Das Studienteam arbeitete an neuen Behandlungen für Tuberkulose (TB). Insbesondere Tuberkulosebakterien können Resistenzen gegen Medikamente entwickeln. Dies gilt vor allem, wenn die zur Bekämpfung verwendeten Medikamente falsche dosiert werden oder es zu einer vorzeitigen Beendigung der Behandlung kommt.

Die Forscher wollten besser verstehen, wie sich multiresistente Tuberkulosebakterien entwickeln und wie das verhindert werden können.

„Bei den Antibiotika gehen uns die Möglichkeiten aus, und die uns zur Verfügung stehenden Mittel sind oft toxisch – wir müssen das, was uns zur Verfügung steht, intelligenter einsetzen, um Arzneimittelresistenzen zu verhindern“, sagt Studienleiter Dr. Louis Grandjean.

Das Team erbrachte einen ersten Beweis für das, was sie als „Prä-Resistenz“ bezeichnen, das heisst die Identifizierung von Anzeichen dafür, dass ein Bakterium oder ein Virus ein erhöhtes Risiko hat, in Zukunft eine Arzneimittelresistenz zu entwickeln.

Dieser Ansatz könnte möglicherweise auch auf andere Infektionskrankheiten angewandt werden und zu Therapien führen, die auf die DNA bestimmter Krankheitserreger zugeschnitten sind, um die Entwicklung einer Resistenz zu verhindern.

Quelle: Nature Communications


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