M.A. Dirk de Pol, aktualisiert am 17. Mai 2023, Lesezeit: 8 Minuten

Das Hüftgelenk ist eine komplexe Struktur, die bei unseren täglichen Aktivitäten eine entscheidende Rolle spielt. Während wir Hüftschmerzen oft mit Erkrankungen wie Arthritis oder Verletzungen in Verbindung bringen, gibt es eine weniger bekannte Erkrankung namens Coxitis Fugax, die speziell Kinder betrifft. Im Folgenden gehen wir näher auf die Details des Hüftschupfens ein und behandeln die verschiedenen Ursachen, Symptome, Diagnoseverfahren, verfügbaren Behandlungen und möglichen Komplikationen. Zunächst jedoch bieten wie Ihnen eine kurze Einführung mit den wichtigsten Informationen im Überblick.

Kurze Einführung: Was ist Hüftschnupfen?

Hüftschnupfen, auch bekannt als vorübergehende Synovitis der Hüfte, ist eine vorübergehende Erkrankung, die vor allem Kinder im Alter von 5 bis 6 Jahren betrifft. Sie ist durch eine nicht-bakterielle Entzündung des Hüftgelenks gekennzeichnet. Die genaue Ursache des Hüftschnupfens ist noch nicht vollständig geklärt, man geht jedoch davon aus, dass es sich um eine Immunreaktion handelt, die durch eine vorangegangene Virusinfektion ausgelöst wird, die in der Regel in den oberen Atemwegen auftritt.

Hauptsymptome des Hüftschnupfens sind Hüftschmerzen, die oft auf eine Seite des Hüftgelenks beschränkt sind. Diese Schmerzen können die Beweglichkeit der Hüfte einschränken, was bei den betroffenen Kindern zu einem plötzlich auftretenden Hinken führt. Manche Kinder ziehen es auch vor, zu krabbeln oder sich aufgrund der Beschwerden tragen zu lassen. Es ist wichtig zu wissen, dass die Symptome von Hüftschnupfen in der Regel selbstlimitierend sind und sich in der Regel spontan zurückbilden.

Um Hüftschnupfen zu diagnostizieren, wird der Arzt eine ausführliche Anamnese erheben und eine körperliche Untersuchung durchführen. Zusätzlich kann eine Ultraschalluntersuchung durchgeführt werden, um das Hüftgelenk zu beurteilen und andere mögliche Erkrankungen auszuschließen. In einigen Fällen werden Blutuntersuchungen oder eine Gelenkaspiration empfohlen, um den Entzündungsprozess weiter zu untersuchen.

Die Behandlung von Hüftschnupfen konzentriert sich auf die Linderung der Symptome und die Förderung des natürlichen Heilungsprozesses. Die Schonung des betroffenen Hüftgelenks ist entscheidend für die Genesung. Falls erforderlich, können Unterarmgehstützen verwendet werden, um die Belastung der Hüfte zu verringern. Zur Linderung von Schmerzen und Entzündungen können rezeptfreie Schmerzmittel wie Paracetamol oder nichtsteroidale Antirheumatika (NSAIDs) eingesetzt werden.

Die Dauer des Hüftschnupfens ist unterschiedlich, aber in den meisten Fällen heilt die Entzündung innerhalb weniger Tage bis maximal zwei Wochen von selbst ab. Während dieser Zeit ist es wichtig, das Kind zu trösten, seine Fortschritte zu beobachten und für eine angemessene Nachsorge durch einen Arzt zu sorgen.

Für eine genaue Diagnose und einen individuellen Behandlungsplan für Hüftschnupfen ist es wichtig, einen Arzt zu konsultieren. Er wird Sie durch die geeigneten Maßnahmen zur Bewältigung der Erkrankung und zur Linderung der Symptome bei Ihrem Kind führen.

Die Ursachen des Hüftschnupfens

Die genaue Ursache der Coxitis Fugax ist nicht vollständig geklärt. Es wird jedoch angenommen, dass sie mit einer Entzündung der Synovialmembran zusammenhängt, die das Hüftgelenk auskleidet. Es wird vermutet, dass Virusinfektionen, wie z. B. Infektionen der Atemwege oder des Magen-Darm-Trakts, mögliche Auslöser sind. Es wird vermutet, dass die Immunreaktion des Körpers auf die Virusinfektion zu einer Entzündung des Hüftgelenks führen kann, die die charakteristischen Symptome der Coxitis Fugax verursacht.

Was sind die Symptome bei Hüftschnupfen?

  • Hüftschnupfen (Coxitis Fugax) äußert sich häufig als plötzlicher, starker Hüftschmerz ohne erkennbares Trauma oder Verletzung. Die Schmerzen sind in der Regel im Hüftgelenk lokalisiert, können aber auch in den Oberschenkel oder das Knie ausstrahlen. Kinder haben möglicherweise Schwierigkeiten oder Widerwillen, das betroffene Bein zu belasten, was zu einem deutlichen Hinken führt. Weitere Begleitsymptome können sein:
  • Eingeschränkte Beweglichkeit des Hüftgelenks, was Aktivitäten wie Gehen oder Treppensteigen schwierig macht.
  • Leichte Schwellungen oder Druckempfindlichkeit im Hüftbereich.
  • Gelegentlich kann auch leichtes Fieber auftreten, obwohl dies kein durchgängiges Symptom ist.

Es ist wichtig zu wissen, dass die Symptome der Coxitis Fugax in der Regel innerhalb weniger Tage bis Wochen abklingen und die meisten Kinder ohne langfristige Komplikationen zu ihren normalen Aktivitäten zurückkehren.

Wie sieht die Diagnose bei Hüftschnupfen aus?

Eine genaue Diagnose des Hüftschnupfens (Coxitis Fugax) ist entscheidend, um andere mögliche Ursachen für Hüftschmerzen auszuschließen und eine angemessene Behandlung sicherzustellen. Der Arzt wird eine gründliche Anamnese erheben und eine körperliche Untersuchung durchführen. Bei der körperlichen Untersuchung beurteilt der Arzt die Beweglichkeit des Hüftgelenks des Kindes und achtet auf Anzeichen von Beschwerden oder eingeschränktem Bewegungsumfang.

In einigen Fällen können bildgebende Untersuchungen empfohlen werden, um andere Hüftgelenkserkrankungen auszuschließen. Röntgenaufnahmen werden häufig eingesetzt, um Frakturen oder Anomalien zu erkennen, während Ultraschall oder Magnetresonanztomographie (MRT) einen detaillierten Blick auf das Hüftgelenk und die umliegenden Strukturen ermöglichen.

Welche Behandlung kommt bei Hüftschnupfen in Betracht?

Das Hauptziel der Behandlung von Coxitis Fugax besteht darin, Schmerzen und Beschwerden zu lindern und gleichzeitig den natürlichen Heilungsprozess des Körpers des Kindes zu unterstützen. Zu den Behandlungsmöglichkeiten gehören:

  • Ruhe: Die Schonung des betroffenen Hüftgelenks ist von entscheidender Bedeutung, um die Schmerzen zu lindern und eine ordnungsgemäße Heilung zu ermöglichen. Aktivitäten, die die Schmerzen verschlimmern, sollten vermieden werden, bis die Symptome abklingen.
  • Schmerzlinderung: Freiverkäufliche Schmerzmittel wie Paracetamol oder nichtsteroidale Antirheumatika (NSAIDs) wie Ibuprofen können helfen, die Schmerzen zu lindern und die Entzündung zu reduzieren. Halten Sie sich unbedingt an die empfohlene Dosierung und konsultieren Sie eine medizinische Fachkraft, bevor Sie Kindern ein Medikament verabreichen.
  • Anwendung von Wärme oder Kälte: Das Auflegen von Eispackungen oder warmen Kompressen auf den betroffenen Hüftbereich kann helfen, die Entzündung zu verringern und die Schmerzen vorübergehend zu lindern.
  • Physikalische Therapie: In einigen Fällen können physiotherapeutische Übungen und Dehnungen verschrieben werden, um die Beweglichkeit des Hüftgelenks zu verbessern und die umliegenden Muskeln zu stärken.
  • Unterstützende Maßnahmen: Unterstützende Maßnahmen wie die Verwendung von Krücken oder einer Gehhilfe können dazu beitragen, das betroffene Bein weniger zu belasten und die Beschwerden während des Heilungsprozesses zu lindern.

Es ist wichtig, vor Beginn einer Behandlung einen Arzt zu konsultieren. Er wird je nach Alter des Kindes, seinem allgemeinen Gesundheitszustand und der Schwere der Symptome individuelle Ratschläge erteilen.

Was sind mögliche Komplikationen?

Obwohl Coxitis Fugax im Allgemeinen eine gutartige Erkrankung ist, die sich von selbst zurückbildet, kann es in seltenen Fällen zu Komplikationen kommen. Dazu gehören:

  • Wiederauftreten: In einigen Fällen kann die Coxitis Fugax erneut auftreten, wobei die Hüftschmerzen Wochen oder Monate nach dem ersten Schub erneut auftreten. Die Rezidivrate ist von Person zu Person unterschiedlich.
  • Beinlängendiskrepanz: Längeres Hinken oder die Bevorzugung eines Beins während der akuten Phase der Coxitis Fugax kann möglicherweise zu einer vorübergehenden Beinlängendiskrepanz führen. Diese Diskrepanz löst sich jedoch in der Regel auf, wenn die Symptome abklingen.
  • Septische Arthritis: Obwohl extrem selten, besteht ein geringes Risiko einer Sekundärinfektion im Hüftgelenk, die zu einer septischen Arthritis führen kann. Diese Komplikation erfordert sofortige ärztliche Hilfe.

Wie sehen Nachsorge und Prävention aus?

Nach dem Abklingen der Coxitis Fugax-Symptome ist eine regelmäßige Nachsorge durch eine medizinische Fachkraft unerlässlich, um die Gesundheit des Hüftgelenks des Kindes zu überwachen. Der Arzt wird den Bewegungsumfang der Hüfte beurteilen und die ordnungsgemäße Genesung sicherstellen.

Vorbeugende Maßnahmen gegen Coxitis Fugax sind schwierig, da die genaue Ursache noch unbekannt ist. Allerdings können allgemeine Praktiken zur Aufrechterhaltung einer guten allgemeinen Gesundheit und Hygiene dazu beitragen, das Risiko einer Virusinfektion zu minimieren. Dazu gehören die richtige Handhygiene, das Einhalten der Etikette beim Atmen und eine gesunde Lebensweise.

Die Coxitis Fugax oder vorübergehende Synovitis der Hüfte ist eine vorübergehende Erkrankung, die vor allem Kinder betrifft. Sie kann zwar plötzliche Hüftschmerzen und vorübergehende Bewegungseinschränkungen verursachen, verschwindet aber im Allgemeinen ohne langfristige Komplikationen. Eine rechtzeitige Diagnose, angemessene Behandlung und Nachsorge sind für die Bewältigung der Symptome und die Gewährleistung einer ordnungsgemäßen Genesung von entscheidender Bedeutung. Wenn Ihr Kind plötzliche Hüftschmerzen hat oder Anzeichen von Coxitis Fugax zeigt, ist es wichtig, einen Arzt aufzusuchen, um eine angemessene Diagnose und Beratung für seine spezielle Situation zu erhalten.

Quellen

  1. Sylvana S Asche, Rogier M van Rijn, Johannes HJM Bessems, Marjolein Krul, and Sita MA Bierma-Zeinstra. What is the clinical course of transient synovitis in children: a systematic review of the literature. Chiropr Man Therap. 2013
  2. Safran MR, et al. Transient Synovitis of the Hip in Children: Clinical Features and Diagnosis. Updated July 28, 2021.
  3. Aria Nouri 1, David Walmsley, Blazej Pruszczynski, Marek Synder. Transient synovitis of the hip: a comprehensive review. J Pediatr Orthop B. 2014 Jan.
  4. Transient_synovitis, Wikipedia, 2021.

Dieser Beitrag wurde auf der Grundlage wissenschaftlicher Fachliteratur und fundierter empirischer Studien und Quellen erstellt und in einem mehrstufigen Prozess überprüft.

Wichtiger Hinweis: Der Beitrag beschäftigt sich mit einem medizinischen Thema, einem Gesundheitsthema oder einem oder mehreren Krankheitsbildern. Dieser Artikel dient nicht der Selbst-Diagnose und ersetzt auch keine Diagnose durch einen Arzt oder Facharzt. Bitte lesen und beachten Sie hier auch den Hinweis zu Gesundheitsthemen!

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