Dirk de Pol, aktualisiert am 10. Januar 2022, Lesezeit: 3 Minuten

Von Facebook-Posts bis hin zu fragwürdigen Aluhut-Websites – „Fake News“ sind scheinbar überall zu finden. Laut einer aktuellen Studie an der Bowling Green State University kann unsere emotionale Reaktion auf diese irreführenden Informationen deren Verbreitung sogar noch fördern.

Dr. Christy Galletta Horner, Assistenzprofessorin am BGSU College of Education and Human Development, und ihr Team veröffentlichten kürzlich eine Studie mit dem Titel Emotions: The Unexplored Fuel of Fake News on Social Media. Darin untersuchten die Forscher, wie Emotionen von „Fake News“ beeinflusst werden und wie die Reaktionen darüber entscheiden, ob „Geschichten“ mit anderen in einer Online-Umgebung geteilt werden.

Während der Wahlsaison 2020 legte das Forscherteam 879 Teilnehmern Online-Umfragen vor und zeigte ihnen eine von acht Fake-News-Schlagzeilen. Die Themen der Falschmeldungen reichten dabei von politischen Skandalen bis hin zu gesundheitlichen Problemen der Präsidentschaftskandidaten. Die Teilnehmer wurden dabei gefragt, ob sie die Nachricht oder gegenteilige Informationen weitergeben würden und wie sie sich dabei fühlten.

Die Teilnehmer ließen sich grob in drei Gruppen einteilen. Die erste sogenannte heiße Gruppe gab am ehesten an, dass sie die gefälschten Schlagzeilen weitergeben würde. In dieser Gruppe kochten bei allen die Emotionen hoch.

In der zweiten Gruppe, die die Forscher als Gruppe aufgebrachter Teilnehmer bezeichneten, reagierten diese überwiegend negativ auf die Schlagzeilen.

Die Mehrheit der Teilnehmer gehörte jedoch zu der von den Forschern als „kalt“ bezeichneten Gruppe. Die Teilnehmer reagierten überhaupt nicht und teilten seltener etwas mit.

Auch die politische Zugehörigkeit der Teilnehmer beeinflusste ihre Reaktion: Es überrascht nicht, dass sie eher dazu neigten, negative Schlagzeilen über die gegnerische Partei zu teilen. Die Forscher fanden aber auch Unterschiede zwischen den einzelnen Parteien. Unabhängige, nicht parteigebundene Teilnehmer zeigten sich am skeptischsten von allen. Republikaner schenkten den gefälschten Schlagzeilen am meisten Glauben.

Das größte Potential sehen die Forscher bei den Menschen in der kalten Gruppe. Wenn es gelänge, ihre Emotionen stärker zu mobilisieren, würden sie Fake News verstärkt aktiv entgegentreten wollen, indem sie in den sozialen Medien berichtigende oder aufklärende Informationen posten, was wichtiger als automatisch erzeugte „Fake News“-Hinweise sein könnte.

Zwar haben soziale Medienplattformen in letzter Zeit versucht, Fake News zu bekämpfen, indem sie Warnungen zu den Beiträgen hinzufügten, doch Menschen der heißen Gruppe tendieren dazu, solche Hinweise eher weg diskutieren oder als Manipulation abtun.

Interessant in diesem Zusammenhang: Studien zur Weisheit und Bildung haben erst kürzlich auf den positiven Einfluss von gut entwickelten kognitiven Fähigkeiten auf die Langlebigkeit hingewiesen. 

Dieser Beitrag beschäftigt sich mit einem medizinischen Thema, einem Gesundheitsthema oder einem oder mehreren Krankheitsbildern. Dieser Artikel dient nicht der Selbst-Diagnose und ersetzt auch keine Diagnose durch einen Arzt. Bitte lesen und beachten Sie hier auch den Hinweis zu Gesundheitsthemen!

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