M.A. Dirk de Pol, aktualisiert am 27. Januar 2024, Lesezeit: 5 Minuten

Die Pap-Untersuchung, auch bekannt als Papanicolaou-Test oder Pap-Abstrich, ist eine gynäkologische Untersuchung, die zur Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs und anderen gynäkologischen Erkrankungen eingesetzt wird. Sie ist nach dem griechisch-amerikanischen Arzt Georgios Papanikolaou benannt, der diese Methode in den 1940er Jahren entwickelte.

Warum ist die Pap-Untersuchung wichtig?

Die Pap-Untersuchung ist ein wichtiger Bestandteil der Frauengesundheitsvorsorge, da sie dazu beiträgt, Gebärmutterhalskrebs in einem frühen Stadium zu erkennen. Gebärmutterhalskrebs ist eine der häufigsten Krebsarten bei Frauen weltweit, aber wenn er früh erkannt wird, ist er in den meisten Fällen heilbar. Die Pap-Untersuchung ermöglicht es Ärzten, Veränderungen in den Zellen des Gebärmutterhalses zu identifizieren, die auf eine Vorstufe von Krebs hinweisen könnten. Durch regelmäßige Pap-Untersuchungen können diese Veränderungen frühzeitig erkannt und behandelt werden, um die Entwicklung von Gebärmutterhalskrebs zu verhindern.

Wie wird eine Pap-Untersuchung durchgeführt?

Die Pap-Untersuchung wird in der Regel während eines gynäkologischen Untersuchungstermins durchgeführt. Der Arzt oder die Ärztin wird Sie bitten, sich auf den gynäkologischen Stuhl zu legen und Ihre Beine in die dafür vorgesehenen Halterungen zu legen. Dann wird ein Spekulum, ein instrumentähnliches Gerät, vorsichtig in die Vagina eingeführt, um den Gebärmutterhals sichtbar zu machen. Mit einem kleinen Spatel oder einer Bürste wird eine Probe von Zellen vom Gebärmutterhals entnommen. Diese Zellen werden dann auf einen Objektträger aufgetragen und zur weiteren Untersuchung an ein Labor geschickt.

Was passiert nach der Pap-Untersuchung?

Nach der Pap-Untersuchung werden die entnommenen Zellen im Labor auf Veränderungen untersucht. Das Ergebnis wird in der Regel innerhalb von einigen Tagen bis Wochen mitgeteilt. Es gibt verschiedene mögliche Ergebnisse einer Pap-Untersuchung:

  1. Negativ: Dies bedeutet, dass keine auffälligen Veränderungen in den Zellen gefunden wurden und der Test normal ist. In diesem Fall wird empfohlen, die Pap-Untersuchung in regelmäßigen Abständen fortzusetzen.
  2. Positiv: Dies bedeutet, dass Veränderungen in den Zellen gefunden wurden, die weiter untersucht werden müssen. Es ist wichtig zu beachten, dass ein positiver Pap-Test nicht gleichbedeutend mit Krebs ist, sondern auf Vorstufen von Krebs hinweisen kann.
  3. Unzureichend: Dies bedeutet, dass die entnommene Zellprobe nicht ausreichend war, um eine genaue Beurteilung vorzunehmen. In diesem Fall kann eine erneute Pap-Untersuchung erforderlich sein.

Häufig gestellte Fragen (FAQs)

1. Wie oft sollte eine Frau eine Pap-Untersuchung durchführen lassen?

Die Empfehlungen für die Häufigkeit der Pap-Untersuchungen können je nach Alter und individuellem Risiko variieren. Im Allgemeinen wird empfohlen, dass Frauen im Alter von 21 bis 65 Jahren alle drei Jahre eine Pap-Untersuchung durchführen lassen. Frauen über 65 Jahren, die in den letzten 10 Jahren regelmäßig negative Pap-Tests hatten, können möglicherweise aufhören, sich einer Pap-Untersuchung zu unterziehen. Es ist wichtig, die individuellen Empfehlungen des Arztes oder der Ärztin zu beachten.

2. Ist die Pap-Untersuchung schmerzhaft?

Die Pap-Untersuchung kann für einige Frauen unangenehm sein, aber sie sollte nicht schmerzhaft sein.

3. Gibt es Risiken oder Nebenwirkungen der Pap-Untersuchung?

Die Pap-Untersuchung ist in der Regel sicher und hat nur wenige Risiken oder Nebenwirkungen. Einige Frauen können nach der Untersuchung leichte Blutungen oder leichte Schmerzen verspüren, die jedoch in der Regel schnell abklingen. In seltenen Fällen kann es zu Infektionen oder Verletzungen kommen, aber diese Komplikationen sind äußerst selten.

4. Kann die Pap-Untersuchung andere gynäkologische Erkrankungen erkennen?

Ja, die Pap-Untersuchung kann auch andere gynäkologische Erkrankungen erkennen, wie zum Beispiel Infektionen mit humanen Papillomaviren (HPV), die zu Gebärmutterhalskrebs führen können. Darüber hinaus können auch andere Zellveränderungen oder Infektionen, wie beispielsweise bakterielle Vaginose oder Hefeinfektionen, erkannt werden.

5. Kann die Pap-Untersuchung Gebärmutterhalskrebs verhindern?

Die Pap-Untersuchung kann dazu beitragen, Gebärmutterhalskrebs zu verhindern, indem sie Veränderungen in den Zellen des Gebärmutterhalses frühzeitig erkennt und behandelt. Wenn Vorstufen von Krebs frühzeitig erkannt und behandelt werden, kann die Entwicklung von Gebärmutterhalskrebs verhindert werden. Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass die Pap-Untersuchung keine 100%ige Garantie bietet und regelmäßige Untersuchungen erforderlich sind, um den Schutz aufrechtzuerhalten.

Fazit

Die Pap-Untersuchung ist ein wichtiger Bestandteil der Frauengesundheitsvorsorge und dient der Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs und anderen gynäkologischen Erkrankungen. Durch regelmäßige Pap-Untersuchungen können Veränderungen in den Zellen des Gebärmutterhalses frühzeitig erkannt und behandelt werden. Es ist wichtig, die individuellen Empfehlungen des Arztes oder der Ärztin zu beachten und regelmäßige Untersuchungen durchführen zu lassen, um die Gesundheit des Gebärmutterhalses zu erhalten.

Quellen

  1. Pelvic exam – Mayo Clinic
  2. Pap-Abstrich: So wichtig ist Gebärmutterhalskrebs-Vorsorge

ddp


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Wichtiger Hinweis: Der Beitrag beschäftigt sich mit einem medizinischen Thema, einem Gesundheitsthema oder einem oder mehreren Krankheitsbildern. Dieser Artikel dient nicht der Selbst-Diagnose und ersetzt auch keine Diagnose durch einen Arzt oder Facharzt. Bitte lesen und beachten Sie hier auch den Hinweis zu Gesundheitsthemen!

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