University of South Carolina: Präeklampsie und Vitamin D Spiegel während der Schwangerschaft

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Torsten Lorenz, aktualisiert am 10. November 2020, Lesezeit: 4 Minuten

Die Genexpression im Zusammenhang mit Präeklampsie in der Plazenta kann mit dem Vitamin-D-Status während der Schwangerschaft korrelieren, berichten Forscher der Medical University of South Carolina.

Vitamin-D-Mangel und Präeklampsie-Risiko

Nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation sind zwischen zwei und acht Prozent der Schwangerschaften von Präeklampsie betroffen. Sie kann schwerwiegende, manchmal tödliche Komplikationen bei Mutter und Kind verursachen. Neben weiteren Risikofaktoren wie Adipositas und Diabetes ist ein Vitamin-D-Mangel während der Schwangerschaft mit einem erhöhten Risiko für Präeklampsie in Verbindung gebracht worden.

Ein Forscherteam der Medizinischen Universität von South Carolina (MUSC) fand heraus, dass die Expression einer Reihe von Genen, die zuvor im Rahmen einer früh einsetzenden und schweren Präeklampsie untersucht wurden, durch den Vitamin-D-Status während der Spätphase der Schwangerschaft signifikant beeinflusst wird.

Schlechte Entwicklung der Blutgefässe in der Plazenta

Die genaue Entwicklung der Präeklampsie ist unklar. Neuere Erkenntnisse deuten auf eine schlechte Entwicklung der Blutgefässe in der Plazenta hin – dem Organ, das den Fötus während der gesamten Schwangerschaft ernährt. Dadurch kommt es zu Bluthochdruck und verschiedenen anderen Komplikationen bei der Mutter. Die einzige Möglichkeit der Behandlung von Präeklampsie ist die Entbindung des Fötus, was bei einer zu frühen Entbindung sehr gefährlich sein kann.

In einer früheren Studie hat das Forschungsteam festgestellt, dass die Expression von drei Genen – NKX2-5, SAM68 und sFLT1 – bei früh einsetzender und schwerer Präeklampsie (EOSPE) stark miteinander zusammenhängen, wobei sFLT1 ein identifizierter Marker für das Präeklampsie-Risiko ist. In der aktuellen Studie untersuchten die Autoren die Expression dieser Gene bei gesunden schwangeren Frauen.

Einfluss von Vitamin D während der Schwangerschaft

Vitamin D beeinflusst viele Aspekte der Gesundheit der Mutter während der Schwangerschaft. Um zu untersuchen, wie die Genachse durch den mütterlichen Vitamin-D-Status beeinflusst wird, untersuchten die Forscher Plazentaproben von 43 schwangeren Frauen, die an einer klinischen Studie am MUSC teilnahmen. Die Hälfte der Frauen erhielt eine hohe Dosis Vitamin D3 (4.000 IE/Tag), und die andere Hälfte erhielt ein Placebo.

Im Gegensatz zu ihrer früheren Studie konnte das Team vor einer gesunden Entbindung keine signifikanten Konzentrationen von NKX2-5 in Plazentagewebeproben nachweisen. Dieser Befund deutet darauf hin, dass die Expression von NKX2-5 in frühen Risikoschwangerschaften wichtig ist, nicht aber in gesunden Schwangerschaften. Das Team beobachtete jedoch bei allen Studienteilnehmern eine starke positive Korrelation zwischen SAM68 und sFLT1.

Die enge Korrelation zwischen SAM68 und sFLT1 lässt den Studienautoren zufolge vermuten, dass es eine funktionelle Beziehung zwischen diesen Genen gibt.

Interessanterweise wiesen Frauen mit Vitamin-D-Mangel (<100 nmol/L des Vitamin-D-Metaboliten 25[OH]D) bei der Beurteilung beim letzten Besuch vor der Entbindung eine signifikant höhere Expression von sFLT1 und eine geringere Expression von VEGF in der Plazenta auf als Frauen, bei denen Vitamin D ausreichend vorhanden war.

Diese Ergebnisse erhöhen die Wahrscheinlichkeit, dass Vitamin D irgendwie die sFLT1- und/oder SAM68-Expression auf irgendeiner Ebene direkt reguliert, so die Forscher.

Zukünftige Studien könnten die Beziehung zwischen dem Vitamin-D-Status und der Expression von sFLT1 und SAM68 bei Müttern mit diagnostizierter Präeklampsie untersuchen.

Ein leicht gesteigertes Präeklampsie-Risiko

Den Ergebnissen einer anderen Forschungsarbeit zufolge, die im British Medical Journal veröffentlicht wurde, gibt es keinen statistisch signifikanten Zusammenhang zwischen einem niedrigen Vitamin-D-Spiegel und einem Risiko für Schwangerschafts-Hochdruck.

Leicht erhöhtes Präeklampsie-Risiko: In Bezug auf das Risiko einer Präeklampsie zeigte sich hingegen, dass Schwangere, mit einem Vitamin-D-Spiegel der unterhalb 25 Nanomol pro Liter lag ein doppelt so hohes Risiko hatten, wie Frauen, deren Vitamin-D-Spiegel über 75 Nanomol pro Liter lag.

Unter Berücksichtigung der gesamten Spanne der Blutspiegelwerte, ergab sich eine Risikoerhöhung um etwa drei Prozent, wenn der Vitamin-D-Spiegel um 10 Prozent abfiel. Diesen Reaktion schätzen die Wissenschaftler jedoch als moderat ein.

(Quellen: Pregnancy Hypertension / Medical University of South Carolina / The BMJ)

Dieser Beitrag beschäftigt sich mit einem medizinischen Thema, einem Gesundheitsthema oder einem oder mehreren Krankheitsbildern. Dieser Artikel dient nicht der Selbst-Diagnose und ersetzt auch keine Diagnose durch einen Arzt oder Facharzt. Bitte lesen und beachten Sie hier auch den Hinweis zu Gesundheitsthemen!

vgt

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