Taphephobie – Die Angst, lebendig begraben zu werden

Psychische Gesundheit

Medizin Doc Redaktion, aktualisiert am 1. November 2020, Lesezeit: 3 Minuten

Was ist Taphephobie?

Taphephobie ist die Angst, als Scheintoter lebendig begraben zu werden.

Menschen, die dem Gedanken leben, lebendig begraben zu werden leiden häufig unter Herzklopfen, zitternden Händen und Schlafstörungen. Was sollte man über Taphaphobie wissen?

Woher kommt die Angst lebendig begraben zu werden?

Taphephobie, die Angst lebendig begraben zu werden, war im 17., 18. und in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts besonders weit verbreitet. Diese Angst rührte von Exhumierungsgeschichten her, die unnatürliche Positionen der Körper enthüllten.

Es gab Fälle von vorzeitigen Beerdigungen und auch die Literatur hat sich mit diesem Thema befasst und den Moment des Erwachens im Sarg detailliert beschrieben. In jenen Tagen vertrauten die Menschen den Medizinern nicht und Fehldiagnosen waren keine Seltenheit.

Nicht selten wurde damals der Tod mit Koma, Lethargie, Katatonie und sogar Synkope verwechselt. Aus diesem Grund wurden Methoden zur Bestätigung des Todes praktiziert.

Was tun bei einer Angststörung?

Heutzutage ist Taphephobie keine häufig vorkommende Angststörung, aber Menschen mit dieser Art von Phobie geben zum Teil beispielsweise in ihrem Testament detaillierte Anweisungen zum Umgang mit dem Körper nach dem Tod, den Sarg und in Bezug auf die Grabstätte, um 100-prozentig sicher zu sein.

Symptome einer Taphephobie

Zu den Symptome einer Taphephobie zählen neben Herzklopfen, Panikattacken, starken Schwitzen, Depression, Schlaflosigkeit, zitternden Händen beispielsweise auch das Vermeiden von Orten, die mit dem Tod zusammenhängen.
Lebendig begraben

Vor rund 250 bis 300 Jahren wurden schätzungsweise vier Prozent der Toten lebendig begraben. Zu dieser Zeit gab es eine weit verbreitete Angst davor, lebendig begraben zu werden. Die meisten Berichte über lebendig Begrabene waren allerdings entweder falsch oder maßlos übertrieben.

Die Menschen in jenen Tagen hatten keine Kenntnis von dem Prozess der Zersetzung einer Leiche und führten jede Änderung der Position auf das Aufwachen im Grab zurück.

Prominente Beispiele von Menschen, die an Taphephobie (griechisch ταφηφοβία) litten sind unter anderem: Hans Christian Andersen, Fjodor Dostojewski, Fryderyk Chopin, Artur Schopenhauer, Alfred Nobel und George Washington.

Wann darf frühestens eine Beerdigung stattfinden?

In Deutschland muss ein verstorbener Mensch innerhalb einer vorgeschriebenen Bestattungsfrist eingeäschert oder beerdigt werden. Jedes Bundesland verfügt dabei über ein eigenes Bestattungsgesetz mit eigenen Fristen.

Die Frist beginnt mit Eintritt des Todes. Verstorbene dürfen in Deutschland frühestens 48 Stunden nach dem Tod bestattet werden. Nur in Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen finden sich Ausnahmeregelungen – in diesen Bundesländern dürfen Verstorbene aus religiösen Gründen auch vor dem Ablauf dieser Frist beerdigt werden.

Dieser Beitrag beschäftigt sich mit einem medizinischen Thema, einem Gesundheitsthema oder einem oder mehreren Krankheitsbildern. Dieser Artikel dient nicht der Selbst-Diagnose und ersetzt auch keine Diagnose durch einen Arzt oder Facharzt. Bitte lesen und beachten Sie hier auch den Hinweis zu Gesundheitsthemen!

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