Nächtliche Schweißausbrüche und Hitzewallungen: Was verursacht Nachtschweiß?

Gesundheitsnews, Medizin und Forschung, Psychische Gesundheit

Torsten Lorenz, aktualisiert am 13. Oktober 2022, Lesezeit: 4 Minuten

Was ist schlimmer – nächtliche Schweißausbrüche (Nachtschweiß) oder Hitzewallungen in Verbindung mit Depressionen und Stress?

Auch wenn sich beide erheblich auf die Lebensqualität von Frauen auswirken können, deutet eine Studie der Universität von Massachusetts darauf hin, dass nächtliches Schwitzen tatsächlich belastender sein könnte.

Nachtschweiß und Hitzewallungen – Was ist der Unterschied?

Bei Nachtschweiß und Hitzewallungen denken viele Frauen, dass es sich um ein und dieselbe Sache handelt, die zu unterschiedlichen Tageszeiten auftritt.

Auch wenn diese beiden typischen Wechseljahresbeschwerden ein Gefühl der Überhitzung hervorrufen, handelt es sich um unterschiedliche Phänomene.

Während Hitzewallungen tagsüber oder nachts auftreten und mit Schweißausbrüchen verbunden sein können oder auch nicht, sind nächtliche Schweißausbrüche Perioden intensiven Schwitzens, die in der Nacht auftreten.

Gesundheitliche Auswirkungen von Nachtschweiß und Hitzewallungen

Gibt es unterschiedliche gesundheitliche Auswirkungen von nächtlichen Schweißausbrüche und Hitzewallungen? Damit befassten sich Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der University of Massachusetts, die 200 Frauen in den Wechseljahren befragten.

  • Die Ergebnisse zeigten, dass nächtliche Schweißausbrüche signifikant mit Depressionen und Stress verbunden waren, während Hitzewallungen (auch die nächtlichen) nach Berücksichtigung des Menopausenstatus, des finanziellen Status und des Familienstandes ausschließlich mit Depressionen verbunden waren.

Darüber hinaus berichteten Frauen, die nachts besonders häufig von Hitzewallungen betroffen waren, über signifikant höhere Depressionswerte im Vergleich zu Frauen, die zu anderen Tageszeiten besonders häufig Hitzewallungen hatten.

Damit bestätigen diese Untersuchungsergebnisse vorangegangene Studien, in denen festgestellt wurde, dass Schlafstörungen während der Wechseljahre die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen.

  • Die Studie legt demnach den Schluß nahe, dass nächtliches Schwitzen schwerwiegendere Folgen haben kann als Hitzewallungen.

Nach Aussage von Sofiya Shreyer von der University of Massachusetts sind Schlafstörungen eine der größten negativen Auswirkungen für Frauen in den Wechseljahren, aber diese Ergebnisse sind insofern besonders, als sie zeigen, dass Frauen, die unter nächtlichen Schweißausbrüchen und nicht nur unter Hitzewallungen leiden, einen noch größeren Nachteil haben,

Die vorliegende Studie untermauert die zunehmende Erkenntnis, dass Wechseljahrsbeschwerden wie Hitzewallungen und nächtliche Schweißausbrüche die Lebensqualität einer Frau erheblich beeinträchtigen können und von medizinischen Fachkräften ernst genommen werden sollten.

Um die Mechanismen dieser Symptome und ihre Auswirkungen auf die Wechseljahre einer Frau vollständig zu verstehen, sind weitere Forschungen notwendig, so die Studienautoren.

Die Forschungsergebnisse wurden auf der Jahrestagung der North American Menopause Society (NAMS) in Atlanta vorgestellt.

Hitzewallungen und nächtliche Schweißausbrüche erhöhen das Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Eine andere Studie von Wissenschafterinnen und Wissenschaftlern University of Queensland ergab, dass Frauen, die nach der Menopause unter Hitzewallungen und nächtlichen Schweißausbrüchen leiden, ein um 70 Prozent höheres Risiko für Herzinfarkte, Angina pectoris und Schlaganfälle haben.

  • Die Forscher fanden heraus, dass Frauen jeden Alters, die unter Hitzewallungen und nächtlichen Schweißausbrüchen, auch bekannt als vasomotorische Symptome, leiden, ein höheres Risiko für nicht tödliche Herz-Kreislauf-Erkrankungen haben.

Bislang war unklar, ob vasomotorische Symptome mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen zusammenhängt, aber jetzt wissen wir, dass es so ist, so die Forscher.

Außerdem zeigte die Untersuchung, dass vasomotorische Symptome vor der Menopause das Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse um 40 Prozent erhöht.

Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler stellten außerdem fest, dass das Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse eher mit dem Schweregrad der Hitzewallungen und nächtlichen Schweißausbrüche zusammenhängt als mit der Häufigkeit oder Dauer.

  • Frauen mit schwerem vasomotorischen Symptomen hatten laut Dongshan Zhu von der University of Queensland ein mehr als doppelt so hohes Risiko, ein nicht-tödliches kardiovaskuläres Ereignis zu erleiden, als Frauen ohne Symptome.

Die Wissenschaftler nutzten die Daten von InterLACE, einer großen Kooperation von 25 Studien mit mehr als 500.000 Frauen aus aller Welt.

  • Diese Studie wurde im American Journal of Obstetrics and Gynecology veröffentlicht.

Quellen

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