Parkinson-Forschung: Kann ein neu entdecktes Enzym Parkinson stoppen?

Gesundheitsnews, Medizin und Forschung, Stanford University / School of Medicine

Medizin Doc Redaktion, aktualisiert am 11. April 2025, Lesezeit: 3 Minuten

Forscher haben ein neues Enzym entdeckt, das den LRRK2-Weg hemmt, die häufigste Ursache für genetische Parkinson-Krankheit.

Das Forscherteam des Medical Research Council Protein Phosphorylation and Ubiquitylation Unit (MRC-PPU) der School of Life Sciences hat ein neues Enzym entdeckt, das den LRRK2-Signalweg hemmt. Mutationen des LRRK2-Gens sind die häufigste Ursache für genetische Parkinson-Erkrankungen.

Enzyme sind molekulare Maschinen, die die biologischen Prozesse regulieren, die für ein gesundes Funktionieren des Lebens erforderlich sind. Sie können auch von Medikamenten angegriffen werden, um das Niveau bestimmter Aktivitäten zu erhöhen oder zu verringern – in diesem Fall den LRRK2-Weg.

Das Enzym, das sie gefunden haben – genannt PPM1H – besitzt nachweislich bemerkenswerte Eigenschaften, um die durch LRRK2 ausgelöste biologische Entwicklung umzukehren.

Laut Professor Dario Alessi, Direktor der MRC-PPU ist Parkinson wie ein führerloser Zug – derzeit haben wir keine Möglichkeit, die Bremsen anzuziehen, um ihn zu verlangsamen oder gar zu stoppen. Dieses neue Enzym, das wir gefunden haben, wirkt wie eine Bremse im Signalweg, der Parkinson beim Menschen verursacht, so der Wissenschaftler.

„In Bezug auf den aktuellen Ansatz ist Plan A die Entwicklung eines Medikaments zur Hemmung von LRRK2, aber selbst wenn dies einmal geschehen ist, wissen wir nicht, wie gut ein solches Medikament vom Körper angenommen wird, also suchen wir auch nach anderen Möglichkeiten, diesen Weg abzuschalten. Der Zweck dieser Forschung war es, ein Enzym zu finden, das LRRK2 auf natürliche Weise stoppt“, so Alessi.

In den letzten Jahren wurden große Fortschritte im biologischen Verständnis neurodegenerativer Erkrankungen wie Parkinson und Alzheimer erzielt, aber es gibt keine Heilung oder gar eine Form der Behandlung, die ihr Fortschreiten verlangsamt oder stoppt.

Die Forschungsarbeit, die mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern der Stanford University in den USA durchgeführt wurde und von der Michael J Fox Foundation for Parkinson’s Research und dem UK Medical Research Council unterstützt wird, wurde in der wissenschaftlichen Fachzeitschrift eLife veröffentlicht.

Quellen

  • University of Dundee
  • Stanford University
  • Kerryn Berndsen, Pawel Lis, Wondwossen M Yeshaw, Paulina S Wawro, Raja S Nirujogi, Melanie Wightman, Thomas Macartney, Mark Dorward, Axel Knebel, Francesca Tonelli, Suzanne R Pfeffer, Dario R Alessi (2019) PPM1H phosphatase counteracts LRRK2 signaling by selectively dephosphorylating Rab proteins eLife 8:e50416; https://doi.org/10.7554/eLife.50416

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