Forscher bringen hohen Cholesterinspiegel mit Kunststoffen in Verbindung

Gesundheitsnews, Medizin und Forschung

Torsten Lorenz, aktualisiert am 1. Dezember 2021, Lesezeit: 3 Minuten

Eine Studie von Wissenschaftlern der University of California, Riverside, zeigt, dass ein Rezeptor in hohem Maße zu gesundheitsschädlichen Auswirkungen von Chemikalien in Kunststoffen beiträgt.

Plastik kann nicht nur eine erhebliche Belastung für die Umwelt darstellen, sondern auch zu gesundheitlichen Problemen führen. Der Kontakt mit chemischen Stoffen, die in Plastik enthalten sind, wie die Basischemikalie Bisphenol A und Phthalat-Weichmacher, kann das Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen beim Menschen erhöhen. Die Ursachen hierfür sind jedoch nach wie vor unklar.

In einer wissenschaftlichen Studie an Mäusen fanden Forscherinnen und Forscher an der University of California, Riverside, heraus, dass ein Phthalat – eine Chemikalie, die verwendet wird, um Kunststoffe haltbarer zu machen – zu einem erhöhten Cholesterinspiegel im Blutplasma führt.

Dabei zeigte sich, dass Dicyclohexylphthalat (DCHP) stark an einen Rezeptor namens Pregnan-X-Rezeptor (PXR) bindet. Dicyclohexylphthalat (DCHP) ’schaltet‘ PXR im Darm ein und bewirkt den Autoren der Studie zufolge die Expression von Schlüsselproteinen, die für die Cholesterinaufnahme und den Cholesterintransport erforderlich sind. Die Experimente zeigten, dass Dicyclohexylphthalat (DCHP) einen hohen Cholesterinspiegel hervorruft, indem es auf die PXR-Signalübertragung im Darm abzielt.

Dicyclohexylphthalat (DCHP), ein häufig verwendeter Phthalat-Weichmacher, wurde vor kurzem von der US-amerikanischen Umweltschutzbehörde (Environmental Protection Agency) als eine Substanz mit hoher Priorität für die Risikobewertung vorgeschlagen. Über die nachteiligen Auswirkungen von Dicyclohexylphthalat (DCHP) auf den Menschen ist bislang noch nicht viel bekannt.

Die Forscher fanden auch heraus, dass Mäuse, die Dicyclohexylphthalat (DCHP) ausgesetzt waren, in ihrem Darm höhere zirkulierende „Ceramide“ aufwiesen – eine Klasse wachsartiger Lipidmoleküle, die beim Menschen mit einem erhöhten Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen in Verbindung gebracht werden – und zwar in einer Weise, die von dem Pregnan-X-Rezeptor (PXR) abhängig ist.

Auch diese Tatsache deutet nach Meinung der Forscher darauf hin, dass der Pregnan-X-Rezeptor (PXR) möglicherweise eine wichtige Rolle bei den schädlichen Auswirkungen von mit Kunststoffen verbundenen Chemikalien auf die kardiovaskuläre Gesundheit des Menschen spielt.

Neben Changcheng Zhou arbeiteten Zhaojie Meng, Jinwei Liu, Rebecca Hernandez und Miko Gonzales von der UCR sowie Yipeng Sui, Taesik Gwag und Andrew J. Morris von der University of Kentucky an der Studie. Die Studie wurde in der wissenschaftlichen Fachzeitschrift Environmental Health Perspectives veröffentlicht.

Quellen: University of California, Riverside / Environmental Health Perspectives / DOI: 10.1289/EHP9262

vgt"


Der Beitrag beschäftigt sich mit einem medizinischen Thema, einem Gesundheitsthema oder einem oder mehreren Krankheitsbildern. Dieser Artikel dient nicht der Selbst-Diagnose und ersetzt auch keine Diagnose durch einen Arzt oder Facharzt. Bitte lesen und beachten Sie hier auch den Hinweis zu Gesundheitsthemen!

Globale DNA-Daten und Alzheimer-Risikoscore: Genetische Vielfalt in der Demenzforschung

Alzheimer-Risikoscore: Neuer Gentest wirkt endlich für alle Herkünfte

Neu: Der Alzheimer-Risikoscore vereint Erbgutdaten weltweit und bietet präzise Risikoeinschätzungen für alle Ethnien....

Mikroplastik im Wasser: Träger von Toxinen und Antibiotikaresistenzgenen

Mikroplastik als Vektor: Wie Partikel Toxine und Antibiotikaresistenzen verbreiten

Die neue Studie zeigt, wie Mikroplastik als Vektor Toxine transportiert und Antibiotikaresistenzen verbreitet....

Koffeinhaltiger Kaffee und Gehirnschutz bei chronischem Stress

Koffeinhaltiger Kaffee schützt das Gehirn vor chronischem Stress

Sind Sie ein Kaffeeliebhaber? Entdecken Sie, wie koffeinhaltiger Kaffee das Gehirn vor Stress schützen kann....

Menopause und Darmgesundheit: Wie Hormonveränderungen die Darmbarriere beeinflussen

Menopause verändert die Darmbarriere schon Jahre vor der letzten Periode

Wichtige Erkenntnisse: Menopause verändert die Darmbarriere schon zweieinhalb Jahre vor der letzten Periode. Lesen Sie mehr....

Sonnenlicht und Blutzucker: UVA-Strahlung als möglicher Schutzfaktor gegen Typ-2-Diabetes

Sonnenlicht und Blutzucker: Neue Studie zeigt Zusammenhang mit Diabetes-Risiko

Neue Studie zeigt, wie Sonnenlicht und Blutzucker zusammenhängen und möglicherweise das Diabetes-Risiko senken können....