Eierstockkrebs: Was das Risiko erhöht und was die Heilungschanchen beeinflussen könnte

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Medizin Doc Redaktion, aktualisiert am 10. Oktober 2022, Lesezeit: 5 Minuten

Durch zwei neue Forschungsergebnisse von Krebsforschern des Cedars-Sinai Medical Centers können die Ursachen für die Entstehung von Eierstockkrebs und die Gründe, warum manche Tumorerkrankungen bei Frauen nicht auf eine Therapie ansprechen, besser verstanden werden.

  • Durch das Verständnis des Zusammenhangs zwischen den molekularen Profilen und dem Krankheitsbild des Eierstockkrebses können nicht nur personalisierte Therapieansätze entwickelt werden.

Es ist zudem möglich, Frauen mit dem höchsten Risiko zu identifizieren, so dass eingegriffen werden kann, bevor der Krebs überhaupt entsteht, erklärt Professor Dr. Simon Gayther vom Cedars-Sinai Medical Center und Hauptautor der beiden Studien.

Was das Risiko für Eierstockkrebs erhöht

Neue Risikofaktoren entdeckt: Mit der ersten Studie, die im Journal of the National Cancer Institute veröffentlicht wurde, gelang es den Wissenschaftlern, vier neue Regionen des menschlichen Genoms zu identifizieren, die genetische Varianten oder Mutationen beherbergen, die bei Frauen ein erhöhtes Risiko für die Entwicklung von epithelialem Eierstockkrebs, der häufigsten Form von Eierstockkrebs, darstellen.

  • Die Vorbeugung ist bei Eierstockkrebs das wirksamste Mittel, um die Sterblichkeitsrate zu senken, erläutert Dr. Michelle Jones, wissenschaftliche Mitarbeiterin und korrespondierende Autorin der Studie.

Bessere Früherkennung von Eierstockkrebs

Mit Hilfe dieser Forschungsarbeit können Frauen, die krebsauslösende Mutationen in sich tragen, präzise identifiziert werden, was es Ärzten erleichtern kann, für diese Frauen geeignete Präventionsstrategien zu entwickeln, so die Autoren.

  • Zur Identifizierung der Mutationen setzten die Forscher neue Methoden ein, um die strukturelle Veränderung des Genoms zu analysieren.

Ein Genom besteht aus 23 Chromosomenpaaren, auf denen der genetische Code eines Menschen gespeichert ist.

Im Gegensatz zu den meisten Forschungsarbeiten, die sich auf die Analyse der veränderten Gensequenz konzentrieren, betrachtete das Forscherteam die Anzahl der Kopien des Gens, die eine Person besitzt – die so genannte Kopienzahlvariante.

Beim Kopieren des Genoms kann es zu strukturellen Veränderungen kommen, und Abschnitte des Genoms können gelöscht, verdoppelt oder an einer anderen Stelle neu angeordnet werden. Solche Mutationen können zu Krankheiten wie Krebs führen.

In Zusammenarbeit mit Wissenschaftlern der Cambridge University untersuchten die Forschenden gezielt Deletionen und Duplikationen bei 13.000 Frauen mit Eierstockkrebs und verglichen sie mit 17.000 Frauen ohne Eierstockkrebs, um Kopienzahlvarianten zu identifizieren, die mit dem Eierstockkrebsrisiko in Verbindung stehen.

  • Die Forscher entdeckten signifikante Deletionen und Duplikationen im BRCA1-Gen, BRCA2-Gen und RAD51C-Gen, die alle dafür bekannt sind, dass sie Veränderungen in der DNA-Sequenz einer Patientin beherbergen, die das Risiko für Eierstockkrebs erhöhen.

Auch wurden vier neue Gene gefunden, die bisher nicht mit einem erhöhten Risiko für Eierstockkrebs in Verbindung gebracht wurden.

Nach Aussage der Der Studienautoren ist diese Studie die bislang umfangreichste, die den Beitrag von Kopienzahlvarianten zum Eierstockkrebsrisiko untersucht und wird wahrscheinlich zu genaueren Gentests für Frauen führen.

Wie Eierstocktumore eine Resistenz gegen Chemotherapie entwickeln

In der zweiten Studie, die im Journal of Experimental & Clinical Cancer Research veröffentlicht wurde, haben die Forscherinnen und Forscher herausgefunden, wie Eierstocktumore eine Resistenz gegen Chemotherapie entwickeln, die bei etwa 80 Prozent der Patientinnen mit hochgradigem serösem Eierstockkrebs auftritt und schließlich zum Tod der Patientin führt.

Bislang wurde angenommen, dass sich Eierstocktumore nach einer Chemotherapie weiterentwickeln und ihre Genexpression verändern, um sich anzupassen und die Behandlung zu überleben.

  • Durch die Sequenzierung des gesamten Genoms fanden die Forscher jedoch zum ersten Mal heraus, dass dies nicht der Fall ist.

Laut Dr. Michelle Renee Jones vom Cedars-Sinai Medical Center scheint es wahrscheinlicher, dass die meisten hochgradigen serösen Ovarialtumore die Chemotherapie schon in einem sehr frühen Stadium überleben können.

Mit dieser Studie hat sich Jones zufolge das Verständnis darüber, wie Tumore auf eine Chemotherapie reagieren, grundlegend geändert.

Während man früher dachte, dass es möglich sei, chemoresistente Tumore mit anderen Medikamenten zu behandeln, nachdem sie mit der Standardtherapie behandelt wurden, deutet diese Studie darauf hin, dass das vielleicht nicht der geeignete Ansatz ist, so die Wissenschaftlerin.

Bessere Heilungschancen bei Eierstockkrebs

Durch ein besseres Verständnis der Ursachen dafür, dass Tumore die Chemotherapie überleben und sogar während der Behandlung weiterwachsen, sowie durch das Auffinden von Schwachstellen in den Tumoren, können nach Ansicht von Professor Dr. Simon Gayther vom Cedars-Sinai Medical Center und Hauptautor der beiden Studien künftig bessere Therapien entwickelt werden und so das Leben von Frauen mit Eierstockkrebs gerettet werden.

Quellen

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