Studie: Wirkung von Omega-3-Fettsäuren auf die Herzfrequenz

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Torsten Lorenz, aktualisiert am 15. Mai 2023, Lesezeit: 4 Minuten

Forscher des Fatty Acid Research Institute (FARI) haben in Zusammenarbeit mit dem Cooper Institute eine wissenschaftliche Studie über die Wirkung von Omega-3-Fettsäuren auf die Herzfrequenz durchgeführt.

Die Wirkung von Omega-3-Fettsäuren auf das Herz ist seit langem bekannt, aber die genauen Ursachen und Wirkungsweisen waren bisher weniger klar. Man weiß, dass sie den Triglyzeridspiegel im Blutserum senken, aber der Effekt ist relativ gering.

Außerdem ist unklar, inwieweit ein hoher Triglyzeridspiegel überhaupt einen Risikofaktor darstellt. Wie wirken nun die beiden Omega-3-Fettsäuren Docosahexaensäure (DHA) und Eicosapentaensäure (EPA)?

Für die Studie standen den Forschern die Daten von 13.912 gesunden Männern und Frauen zur Verfügung, die über einen Zeitraum von zehn Jahren an der Cooper Clinic in Dallas an Vorsorgeuntersuchungen teilgenommen hatten.

Diese medizinischen Untersuchungen umfassten routinemäßig sowohl einen Belastungstest auf dem Laufband als auch die Messung des Omega-3-Index (d.h. der EPA+DHA-Werte der roten Blutkörperchen von OmegaQuant Analytics).

Ein Teil des Belastungstests wird als „Herzfrequenzerholung“ bezeichnet. Sie bezieht sich auf die Geschwindigkeit, mit der sich die Herzfrequenz nach maximaler Belastung verlangsamt. Je schneller die Herzfrequenz abfällt, desto gesünder ist das Herz.

Als die Forscher die Erholung der Herzfrequenz der Patientinnen und Patienten mit ihrem Omega-3-Index verglichen, stellten sie einen signifikanten Zusammenhang zwischen diesen beiden Variablen fest: Je höher der Omega-3-Index, desto schneller sank die Herzfrequenz.

  • Der Effekt war bei Frauen stärker ausgeprägt als bei Männern, aber in beiden Fällen statistisch signifikant.

Dieser Zusammenhang ist in Abbildung 1 (rechts) zusammengefasst, in der der Omega-3-Index auf der x-Achse und die Abnahme der Herzfrequenz (gemessen in Schlägen pro Minute, BPM) eine Minute nach Beendigung des Laufbandtests als positive Zahl auf der y-Achse aufgetragen sind.

Herzfrequenz - Fatty Acid Research Institute

Es handelt sich um die unkorrigierten Werte. (Zum Beispiel bedeutet 25 Schläge pro Minute auf der y-Achse, dass die Herzfrequenz der Person eine Minute nach Ende des Trainings – also bei maximaler Herzfrequenz – um 25 Schläge pro Minute gesunken ist.)

Bereinigt um Alter, maximale kardiorespiratorische Fitness (METs), BMI und Raucherstatus war ein um zwei Prozentpunkte höherer Omega-3-Index bei Männern und Frauen mit einer um 0,35 bzw. 0,69 BPM (Herzschläge pro Minute) höheren Erholung der Herzfrequenz verbunden (jeweils p<0,001).

Frühere Studien haben gezeigt, dass eine langsame Erholung der Herzfrequenz mit einem erhöhten Risiko für einen plötzlichen Herztod einhergeht, was mit der Tatsache übereinstimmt, dass höhere EPA- und DHA-Spiegel mit einem geringeren Risiko für einen plötzlichen Herztod verbunden sind.

Laut Dr. William Harris, Präsident der FARI und Miterfinder des Omega-3-Index sowie einer der Autoren dieser Studie, stimmen diese neuen Ergebnisse mit den bekannten Vorteilen von Omega-3-Fettsäuren auf die Ruheherzfrequenz überein und liefern neue Erkenntnisse darüber, wie diese wichtigen Fettsäuren die Gesundheit des Herzens erhalten können.

Diese positiven Effekte auf den autonomen Herztonus ergänzen andere kardioprotektive Effekte von Omega-3-Fettsäuren, wie die Senkung des Blutdrucks, chronischer Entzündungen und der Thrombozytenaggregation. Sie erklären somit zumindest teilweise, warum Omega-3-Fettsäuren gut für das Herz sind.

  • Zukünftige Untersuchungen zur Behandlung sollten die Omega-3-Aufnahme (und den Omega-3-Index) definieren, die diesen Aspekt der Herzfunktion optimiert, so die Forscher. Die vorliegenden Forschungsergebnisse wurden in der wissenschaftlichen Fachzeitschrift Prostaglandins, Leukotrienes and Essential Fatty Acids veröffentlicht.

Quellen

vgt


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