Studie: Was nach einer Impfung die Bildung von Antikörpern verstärkt

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Torsten Lorenz, aktualisiert am 12. Februar 2022, Lesezeit: 4 Minuten

Wie sich die Anzahl der Antikörper nach einer Impfung steigern lässt: 

Forscher der Iowa State University in den USA haben in einer wissenschaftlichen Studie herausgefunden, dass 90 Minuten leichte bis mittelschwere körperliche Betätigung direkt nach einer Grippeschutzimpfung oder einer COVID-19-Impfung das Immunsystem zusätzlich stärken kann.

Die Forscher fanden heraus, dass Teilnehmerinnen und Teilnehmer, die nach der Impfung anderthalb Stunden auf einem Heimtrainer trainierten oder zügig spazieren gingen, in den folgenden vier Wochen mehr Antikörper produzierten als solche, die nach der Impfung sitzen blieben oder ihre tägliche Gewohnheiten fortsetzten.

Zu ähnlichen Ergebnissen kamen die Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen bei einem Experiment mit Mäusen und Laufbändern.

Die Antikörper im menschlichen Körper sind quasi die „suchende und zerstörende“ Verteidigungslinie gegen Bakterien, Viren, Pilze und Parasiten.

Mit Hilfe von Impfstoffen lernt das Immunsystem, Fremdkörper zu erkennen und darauf zu reagieren, indem es die körpereigenen Abwehrkräfte stärkt, was eine Zunahme der Antikörper bedeutet.

Mit den vorläufigen Ergebnissen konnten die Forschenden an der Iowa State University laut Professor Marian Kohut, Hauptautor der Studie, erstmals nachweisen, dass eine bestimmte Zeitspanne die Antikörperreaktion des Körpers auf zwei Grippeimpfstoffe sowie einen COVID-19-Impfstoff verstärken kann.

Laut den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern könnten die Ergebnisse der Studie Menschen mit unterschiedlichem Fitnessniveau unmittelbar zugute kommen.

Knapp die Hälfte der Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Studienexperiments hatte einen Body-Mass-Index (BMI) im Bereich von Übergewicht oder Fettleibigkeit.
Während ihres 90-minütigen Bewegungsprogramms konzentrierten sich die Teilnehmer darauf, ein Tempo beizubehalten, das ihre Herzfrequenz bei 120-140 Schlägen pro Minute hielt, und nicht auf die Entfernung.

In der vorliegenden Studie testeten die Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen auch, ob ein 45-minütiges Training denselben Anstieg der Antikörper erreichen konnten. Dabei zeigte sich, dass das kürzere Training die Antikörperspiegel der Teilnehmerinnen und Teilnehmer nicht erhöhte.

Nach Ansicht von Professor Marian Kohut gibt es auf die Frage, warum längeres, leichtes bis mäßig intensives Training die Immunantwort des Körpers verbessern könnte, mehrere Gründe:

Sport erhöht den Blut- und Lymphfluss, was die Zirkulation der Immunzellen fördert. Da sich diese Zellen im Körper bewegen, ist es wahrscheinlicher, dass sie etwas Fremdes erkennen.

Außerdem deuten die aus dem Experiment mit Mäusen gewonnenen Daten darauf hin, dass eine Art von Protein ( das sogenannte Interferon alpha), das bei körperlicher Betätigung produziert wird, die Bildung virusspezifischer Antikörper und T-Zellen fördert.

Allerdings ist noch viel mehr Forschung nötig, um die Frage nach dem Warum und Wie zu klären. Es gibt so viele Veränderungen, die bei körperlicher Betätigung stattfinden – metabolische, biochemische, neuroendokrine und zirkulatorische. Es gibt also wahrscheinlich eine Kombination von Faktoren, die zu der Antikörperreaktion beitragen, die in dieser Studie festgestellt wurde, so die Forscher.

Die Forschungsergebnisse wurden in der wissenschaftlicen Fachzeitschrift Brain, Behavior, and Immunity veröffentlicht.

Quellen: Iowa State University / Justus Hallam et al, Exercise after influenza or COVID-19 vaccination increases serum antibody without an increase in side effects, Brain, Behavior, and Immunity (2022). DOI: 10.1016/j.bbi.2022.02.005

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