Studie bringt Omega-3 Fettsäuren mit dem Wachstum von Säuglingen in Verbindung

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Torsten Lorenz, Beitrag vom 31. Januar 2022

Fettsäuren, die sowohl als Energieträger für die Zellen als auch als molekulare Bausteine in deren Membranen dienen, sind für die Funktion und Entwicklung des Menschen von entscheidender Bedeutung.

Rolle von Omega-3 und Omega-6 Fettsäuren

Zwei dieser Fettsäuren, Omega-3 und Omega-6, tragen ebenfalls zur Entwicklung eines Fötus bei. Omega-3-Fettsäuren, die in fettem Fisch und anderen Meeresfrüchten enthalten sind, fördern die Entwicklung des Gehirns und der Augen und verringern gleichzeitig das Risiko von Erkrankungen. Omega-6-Säuren, die in Pflanzenölen vorkommen, haben eher unterschiedliche Wirkungen, gelten aber ebenfalls als essenziell.

Verschiedene Forschungsarbeiten deuten auch darauf hin, dass Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren das Gewicht und die Körpergröße von Neugeborenen beeinflussen könnten. Allerdings wurde in keiner Studie der Gehalt dieser Fettsäuren im Plasma der Mütter und in der Nabelschnur zum Zeitpunkt der Geburt näher untersucht.

Oxylipinen im Plasma

Der Wissenschaftler Sathish Kumar Natarajan und seine Kollegen vom University of Nebraska Medical Center analysierten das Plasma von 121 Müttern und Säuglingen auf Oxylipine: chemische Verbindungen, die entstehen, wenn Enzyme Fettsäuren abbauen.

Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler fanden eine Reihe von Oxylipinen im Plasma während der Geburt. Von diesen Oxylipinen waren mehrere, die beim Abbau von Omega-6-Fettsäuren entstehen, mit einer größeren Körperlänge des Neugeborenen verbunden.

Für jeden 10-prozentigen Anstieg der Mengen zweier solcher Oxylipine stieg der Perzentil-Rang der Länge eines Säuglings um 1,3 beziehungsweise 2. In ähnlicher Weise führte eine 10-prozentige Zunahme eines bestimmten Omega-3-Oxylipins zu einem Anstieg des Perzentilrangs um 1,2.

Auch wenn die Zusammenhänge zwischen den Oxylipinen und dem Geburtsgewicht im Allgemeinen weniger ausgeprägt waren, schien ein Zwischenprodukt des Omega-6-Abbaus besonders bemerkenswert zu sein.

Wenn dieses Stoffwechselprodukt im Plasma nicht nachweisbar war, lag das durchschnittliche Geburtsgewicht im 59. Perzentil; wenn es vorhanden war, lag das Gewicht des Kindes im 37.

Weitere Untersuchungen sind erforderlich, um festzustellen, ob Omega-3- und Omega-6-Oxylipine tatsächlich die Körpergröße und das Gewicht von Säuglingen beeinflussen. Die gewonnenen Erkenntnisse deuten jedoch auf die Möglichkeit hin, Oxylipine als Biomarker für diese Ergebnisse zu verwenden.

Was bedeutet Perzentil?

Der Begriff Perzentil ist ein Ausdruck aus der medizinischen Statistik. Aus dem Lateinischen übersetzt, bedeutet er Hundertstelwerte. Stark vereinfacht könnte man sagen, dass ein Perzentil mehr oder weniger ein Vergleichsmaßstab ist, wenn es um Gesundheitsfragen geht.

Was sind Oxylipine?

Als Oxylipine bezeichnet man eine Gruppe von Stoffen, die Oxidationsprodukte von mehrfach ungesättigten Fettsäuren mit Sauerstoff und von diesen primären Oxidationsprodukten abgeleitete Stoffe umfassen.

In Pflanzen, Tieren und Mikroorganismen haben Oxylipine häufig intra- oder interzelluläre Signalfunktionen. Insbesondere bei Pflanzen spielen Oxylipine als Signale bei Entwicklungsprozessen, Stressreaktionen und der Pathogenabwehr eine große Rolle.

Quellen: University of Nebraska-Lincoln / Maranda Thompson et al, Omega-6 and Omega-3 Fatty Acid-Derived Oxylipins from the Lipoxygenase Pathway in Maternal and Umbilical Cord Plasma at Delivery and Their Relationship with Infant Growth, International Journal of Molecular Sciences (2022). DOI: 10.3390/ijms23020708

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