Regelmäßiger Konsum kleiner Mengen Alkohol ist ein größerer Risikofaktor für Vorhofflimmern als Komasaufen

Regelmäßiger Konsum kleiner Mengen Alkohol ist ein größerer Risikofaktor für Vorhofflimmern als Komasaufen

Ein Beitrag der Medizin Doc Redaktion vom 17. Oktober 2019

Einer aktuellen Studie zu Folge ist das Risiko an Vorhofflimmern (einer Art von Herzrhythmusstörung) zu erkranken bei regelmäßigen Konsum kleiner Mengen von Alkohol höher als bei gelegentlichen Rauschtrinken (auch Binge-Trinken oder Komasaufen) genannt.

„Empfehlungen zum Alkoholkonsum haben sich auf die Reduzierung der absoluten Menge und nicht die Häufigkeit konzentriert”, erklärt Studienautor Dr. Jong-Il Choi vom Korea University College of Medicine und dem Korea University Anam Hospital, Seoul, Republik Korea. „Unsere Studie deutet darauf hin, dass auch das weniger häufige Trinken von Alkohl wichtig sein kann, um vor Vorhofflimmern zu schützen”.

Vorhofflimmern ist die häufigste Herzrhythmusstörung und erhöht das Schlaganfallrisiko um das Fünffache. Zu den Symptomen gehören Herzklopfen, Rasen oder unregelmäßiger Puls, Kurzatmigkeit, Müdigkeit, Brustschmerzen und Schwindel.

Eine vorherige Meta-Analyse ergab einen linearen Zusammenhang zwischen Alkohol und dieser Form von Herzrhythmusstörung: Das Risiko stieg um 8 Prozent pro 12 g Alkohol pro Woche. Aber es war nicht klar, was wichtiger ist: die Gesamtmenge an Alkohol oder wie häufig man trinkt.

In dieser Studie wurde die relative Bedeutung von häufigem Trinken im Vergleich zu Binge-Trinken (Komasaufen) für neu auftretendes Vorhofflimmern (Herzrhythmusstörungen) untersucht. In die Analyse einbezogen wurden knapp 10 Millionen Personen ohne diese Herzrhythmusstörung, die sich 2009 einer nationalen Gesundheitsuntersuchung unterzogen haben und einen Fragebogen zum Alkoholkonsum erhielten.

Wie oft eine Person pro Woche trinkt, war der stärkste Risikofaktor für neu auftretendes Vorhofflimmern. Im Vergleich zu zweimaligem wöchentlichem Trinken (Referenzgruppe) war das tägliche Trinken mit einer Hazard Ratio (HR) von 1,412 am riskantesten, während das Trinken einmal pro Woche das geringste Risiko darstellte (HR 0,933). Binge-Trinken zeigte keinen eindeutigen Zusammenhang mit neu auftretendem Vorhofflimmern.

“Unsere Studie deutet darauf hin, dass häufiges Trinken in Bezug auf Vorhofflimmern gefährlicher ist als gelegentliches Bingetrinken”, sagt Dr. Choi. Die Häufigkeit des Trinkens war abhängig vom Auftreten von Vorhofflimmern, ungeachtet von Alter und Geschlecht. Wiederholte Episoden dieser Herzrhythmusstörung, die durch Alkohol ausgelöst werden, können zu einer Erkrankung führen. Darüber hinaus kann das Trinken von Alkohol zu Schlafstörungen führen, was ein bekannter Risikofaktor für Herzrhythmusstörungen ist.

In Übereinstimmung mit anderen Studien war der wöchentliche Alkoholkonsum mit Vorhofflimmern (Herzrhythmusstörungen) verbunden. Das Risiko für neu auftretendes Vorhofflimmern stieg um 2 Prozent für jedes Gramm Alkohol pro Woche.

„Vorhofflimmern ist eine Krankheit mit mehreren schwerwiegenden Komplikationen und einer erheblichen Beeinträchtigung der Lebensqualität. Die Vorbeugung von Vorhofflimmern selbst und nicht seiner Komplikationen sollte oberste Priorität haben. Der Alkoholkonsum ist wahrscheinlich der am leichtesten zu verändernde Risikofaktor. Um neu auftretendes Vorhofflimmern zu verhindern, sollten sowohl die Häufigkeit als auch die wöchentliche Menge des Alkoholkonsums reduziert werden“, erklärte Dr. Choi gegenüber EP Europace, einer Zeitschrift der Europäischen Gesellschaft für Kardiologie (ESC).

Dieser Beitrag beschäftigt sich mit einem medizinischen Thema, einem Gesundheitsthema oder einem oder mehreren Krankheitsbildern. Dieser Artikel dient nicht der Selbst-Diagnose und ersetzt auch keine Diagnose durch einen Arzt oder Facharzt. Bitte lesen und beachten Sie hier auch den Hinweis zu Gesundheitsthemen!

Videobeitrag: Internist und Kardiologe Prof. Dr. Dietrich Andresen im Gespräch mit Deutsche Welle über Herzrhythmusstörungen und wann man sie behandeln lassen solllte


Teile den obigen Beitrag!

Weitere interessante aktuelle Beiträge.

Weitere Medizin Docs News:

University of Connecticut – Wirkung von Melatonin: Wie wirkt Melatonin im Körper? Melatonin ist als Schlafmittel und zur Überwindung des Jetlag bekannt. Aber wie Melatonin im Gehirn funktioniert, ist bisher nicht wirklich bekannt. Wirkung von Melatonin im Gehirn Nun konnten Forscher an der UConn Health (University of Connecticut) nachweisen, dass Melatonin auch Würmern beim Schlafen hilft. Die Forscher…
Eine saisonal affektive Störung (Seasonal Affective Disorder, kurz SAD) ist eine Art von Depression, die mit den Jahreszeiten kommt und geht, die typischerweise im Spätherbst und frühen Winter (Winterdepression) beginnt und im Frühjahr und Sommer weggeht. Depressive Episoden im Zusammenhang mit dem Sommer (Sommerdepression) können auftreten, sind aber viel seltener als eine Winterdepression. Anzeichen und Symptome für eine…
Menü