Prostatakrebs im Frühstadium kann aggressive Tumorzellen beinhalten

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Torsten Lorenz, Beitrag vom 22. Januar 2022

Bei vielen Fällen von Prostatakrebs im Frühstadium dominieren langsam wachsende Zellen, was häufig zu der medizinischen Entscheidung führt, das Fortschreiten des Tumors zunächst zu beobachten, bevor eine Behandlung eingeleitet wird, die mitunter unerwünschte Nebenwirkungen hat.

Einige dieser Krebsarten können jedoch auch eine kleine Anzahl aggressiver Zellen enthalten, die sich unter den indolenten Zellen verstecken. Wissenschaftler von Duke Health haben eine molekulare Signatur identifiziert, mit der diese versteckten Gefahren aufgedeckt werden können.

Wie die Forschenden an der Duke University in Durham, North Carolina, in der der Fachzeitschrift European Urology berichten, ermöglicht die von ihnen identifizierte genomische Signatur die Entwicklung eines Tests, mit dem festgestellt werden kann, welche Männer sich im Frühstadium ihrer Diagnose einer Behandlung unterziehen sollten und welche nicht, wenn überhaupt, erst zu einem späteren Zeitpunkt.

Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler haben eine Einzelzell-RNA-Sequenzierungsanalyse von frisch isolierten Tumorzellen aus primärem, unbehandeltem Prostatakrebs bei Männern sowie von Krebszellen im fortgeschrittenen Stadium durchgeführt, erklärte Dr. Jiaoti Huang, Vorsitzender des Duke Department of Pathology und einer der Hauptautoren der Studie.

Laut Huang haben die Forscher herausgefunden, dass ein kleiner Teil – weniger als 0,5 Prozent – der primären Prostatakrebszellen die genomischen Merkmale von fortgeschrittenen und aggressiven Prostatakrebszellen aufweist, die gegen Hormontherapien resistent geworden sind.

Dies bedeutet, dass eine Hormontherapie-Resistenz ein Merkmal sein kann, das in einer kleinen Anzahl von Tumorzellen in einem frühen Stadium des Krankheitsprozesses vor der Therapie vorhanden ist.

Das Ziel besteht nun darin, einen klinischen Prostatakrebs-Test zu entwickeln, der die gefährlicheren Zellen identifiziert, was bei einigen Patienten eine frühere, aggressive Behandlung auslösen könnte, um ein Fortschreiten der Krankheit zu verhindern.

Quellen: Duke University / Qing Cheng et al, Pre-existing Castration-resistant Prostate Cancer-like Cells in Primary Prostate Cancer Promote Resistance to Hormonal Therapy, European Urology (2022). DOI: 10.1016/j.eururo.2021.12.039

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