Plantarfasziitis: Fettinjektionen zur Behandlung von Fußschmerzen

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Medizin Doc Redaktion, Beitrag vom 25. Januar 2022

Forscher der University of Pittsburgh School of Medicine haben eine neuartige Behandlungsmethode entwickelt, bei der patienteneigenes Fett in die Fußsohle transplantiert wird, um die häufige und schmerzhafte Plantarfasziitis zu lindern.

Laut einer in der Fachzeitschrift Plastic and Reconstructive Surgery veröffentlichten Pilotstudie, die von Wissenschaftlern der University of Pittsburgh geleitet wurde, verbesserte die Fettinjektion die Symptome der Plantarfasziitis bei den Patienten und legte damit den Grundstein für eine größere klinische Studie.

Dr. Jeffrey Gusenoff, Professor für plastische Chirurgie an der Pitt hat dieses Verfahren entwickelt, um die regenerativen Eigenschaften von Fett nutzbar zu machen.

In der vorliegenden Proof-of-Concept-Studie konnten die Forschenden zeigen, dass Fettinjektionen in den Fuß die Fersenschmerzen lindern und den Patientinnen und Patienten dabei helfen, wieder Sport zu treiben sowie andere Aktivitäten auszuüben.

Plantarfasziitis ist eine der häufigsten Ursachen für Fersenschmerzen. Sie wird durch eine Entzündung der Plantarfaszie verursacht, des Bindegewebes, das von der Ferse bis zu den Zehen reicht und das Fußgewölbe stützt.

Plantarfasziitis ist außerordentlich schmerzhaft. Beim Aufstehen aus einer sitzenden Position oder aus dem Schlaf ist es ein schneidender, stechender Schmerz, den manche Menschen so beschreiben, als würde ein Nagel direkt durch ihre Ferse gehen, erklärt Beth Gusenoff, klinische Assistant Professor für plastische Chirurgie an der University of Pittsburgh.

Die akute Form der Plantarfasziitis kann mit Dehnungsübungen, Schuheinlagen oder Kortisoninjektionen behandelt werden. Bei etwa 10 Prozent der Patientinnen und Patienten entwickelt sich jedoch eine chronische Form, bei der das Kollagen des Fußes degeneriert und die Plantarfaszie verdickt wird.

Bei diesen Menschen kann eine chirurgische Lösung der Plantarfaszie durch einen kleinen Schnitt helfen, aber dieser Eingriff ist mit Risiken verbunden, so Beth Gusenoff.

In letzter Zeit wurde den Forschern zufolge unter Podologen dafür plädiert, die Plantarfaszie nicht mehr zu durchtrennen, da sich bei manchen Menschen viel Narbengewebe bildet, das Schmerzen verursacht. Und wenn zu viel geschnitten wird, kann der Fuß destabilisiert werden.

Basierend auf den regenerativen Eigenschaften von Fettstammzellen entwickelten Beth und Jeffrey Gusenoff eine Technik, bei der Fett aus dem Bauch oder einem anderen Körperbereich des Patienten entnommen wird.

Im Fett befinden sich Stammzellen und Wachstumsfaktoren, die für eine frische Blutversorgung sorgen, was die Wundheilung mit geringerer Narbenbildung fördert, erklärt Jeffrey Gusenoff.

Die Forscher verwenden eine stumpfe Nadel, um die Plantarfaszie zu perforieren, wodurch eine kleine Verletzung entsteht, die den Heilungsprozess anregt. Anschließend, wenn die Nadel zurückgezogen wird, wird ein wenig Fett des Patienten injiziert.

Um dieses Verfahren zu überprüfen, rekrutierten die Forschenden 14 Patienten mit chronischer Plantarfasziitis und teilte sie in zwei Gruppen ein.

Die Teilnehmer der Gruppe 1 erhielten das Verfahren zu Beginn der Studie und wurden 12 Monate lang beobachtet, die Teilnehmer der Gruppe 2 erhielten das Verfahren nach einem sechsmonatigen Beobachtungszeitraum und wurden weitere sechs Monate lang beobachtet.

Es zeigte sich, dass sich in Gruppe 1 die Lebensqualität und die sportliche Aktivität verbesserten, die Dicke der Plantarfaszie abnahm und sich die Schmerzen verringerten. Viele der Werte, die sich sechs Monate nach dem Eingriff verbessert hatten, verbesserten sich laut Jeffrey Gusenoff sogar noch nach 12 Monaten.

Auch in Gruppe 2 kam es sechs Monate nach dem Eingriff zu einer Verringerung der Dicke der Plantarfaszie und zu einer Zunahme der sportlichen Aktivität.

Mit einer größeren Stichprobe und einer längeren Nachbeobachtungszeit hätten die Forscher wahrscheinlich stärkere Verbesserungen in dieser Gruppe feststellen können.

Nach Ansicht der Wissenschaftler liefert diese Studie den Beweis, dass Fettinjektionen zur Behandlung von Plantarfaszie geeignet sind. Die Forscher planen nun eine größere klinische Studie, um diese Ergebnisse zu bestätigen.

Bei ausreichendem Nachweis hoffen sie, dass das Verfahren als medizinische Notwendigkeit eingestuft wird, so dass es von den Krankenkassen übernommen werden kann und in Zukunft in größerem Umfang zur Verfügung steht.

In früheren Arbeiten haben haben Beth und Jeffrey Gusenoff bereits gezeigt, dass Fettinjektionen bei einer anderen Art von Fußschmerzen helfen können, die durch den Verlust der Fettpolster verursacht werden, die den Fußballen und die Ferse polstern.

Quellen: University of Pittsburgh School of Medicine / Perforating Fat Injections for Chronic Plantar Fasciitis: A Randomized, Cross-over Clinical Trial, Plastic and Reconstructive Surgery (2022)

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