Neues Medikament zur Behandlung von Osteoarthritis-Schmerzen in Aussicht

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Dirk de Pol, Beitrag vom 31. Januar 2022

Osteoarthritis kann regelmäßige Bewegungen schmerzhaft macht. Ein Forscherteam hat nun einen Signalweg identifiziert, der diesen Schmerz überträgt. Eine Studie, die in der Zeitschrift Frontiers in Neuroscience veröffentlicht wurde, an Mäusen ergab, dass die Gliedmaßen wieder schmerzfrei benutzt werden konnten, nachdem dieser Signalweg für Schmerzen blockiert worden war. Die Forscher sind überzeugt, dass die Ergebnisse der Studie zu neuen Schmerzbehandlungen für Patienten mit Osteoarthritis führen könnte.

Die Osteoarthritis beginnt damit, dass sich der Knorpel in den Gelenken abnutzt. Dies führt zu Schmerzen, da die Knochen zunehmend aneinander reiben. Die Schmerzen lassen sich mit Medikamenten ein Stück weit in den Griff bekommen. Doch die Schmerzen können bei fortschreitender Krankheit ein Problem bleiben. Um bessere Medikamente zur Behandlung chronischer Schmerzen zu finden, haben Wissenschaftler die molekularen Bahnen untersucht, die den Schmerz an das Gehirn weiterleiten.

Für ihre aktuelle Studie untersuchten die Forscher der North Carolina State University einen bestimmten Signalweg für Schmerzen, an dem das Bindemolekül Artemin und sein Rezeptor GFRα3 beteiligt sind. Schon in früheren Arbeiten wurde das Bindemolekül Artemin und sein Rezeptor GFRα3 bei Hunden mit Osteoarthritis in erhöhter Konzentration gefunden. Das allein bedeutet jedoch nicht unbedingt, dass dieser Signalweg bei Arthrose-Schmerzen eine Rolle spielt.

Die Wissenschaftler fanden heraus, dass in Mausmodellen für Osteoarthritis GFRα3 auch in sensorischen Nerven im Vergleich zu Kontrollmäusen hochreguliert war. Im nächsten Schritt behandelte das Forscherteam einige der arthritischen Mäuse mit monoklonalen Antikörpern, die an GFRα3 binden. Dies verhindert, dass sich Artemin dort bindet und die Schmerzsignale auslöst. Und tatsächlich konnten die behandelten Mäuse zwei Stunden nach der Behandlung ihre Gliedmaßen wieder wie gewohnt benutzen.

Obwohl Studien an Mäusen nicht immer auf den Menschen übertragbar sind, gehen die Forscher davon aus, dass der Mechanismus auch beim Menschen funktioniert. Die Entwicklung von Medikamenten zur Behandlung chronischer Schmerzen im Zusammenhang mit Arthrose und anderen Erkrankungen rücke damit in greifbare Nähe.

Der Beitrag beschäftigt sich mit einem medizinischen Thema, einem Gesundheitsthema oder einem oder mehreren Krankheitsbildern. Dieser Artikel dient nicht der Selbst-Diagnose und ersetzt auch keine Diagnose durch einen Arzt oder Facharzt. Bitte lesen und beachten Sie hier auch den Hinweis zu Gesundheitsthemen!

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