Mobbing, physische und psychische Gewalt

Psychische Gesundheit

Medizin Doc Redaktion, aktualisiert am 27. Oktober 2020, Lesezeit: 4 Minuten

Geistige und körperliche Misshandlung ist in unserer Gesellschaft leider ein weit verbreitetes Problem. Es wird am häufigsten im Zusammenhang mit häuslicher Gewalt erwähnt, aber es gibt auch Fälle von Missbrauch unter gleichaltrigen Kindern in der Schule sowie von Missbrauch von Erwachsenen im Job oder im Allgemeinen.

Jede Form von Gewalt wirkt sich negativ auf die missbrauchte Person aus, insbesondere wenn es ein Kind ist. Opfer von Gewalt tragen ihre Last oft für den Rest ihres Lebens mit sich. Wie unterscheidet sich physische Gewalt von psychischer Gewalt?

Was ist Mobbing?

Mobbing ist hauptsächlich das seelische Quälen, Schikanieren und Verletzen eines Menschen. Mobbing ist ein Prozess, der im Gegensatz zu einzelnen Gewalttaten oft über einen längeren Zeitraum andauert.

Die missbrauchte Person erlebt dabei ein Gefühl der Ungerechtigkeit und Ohnmacht. Meist kann sie der Person, die ihr Schmerzen zufügt, nicht standhalten beziehungsweise sich nicht wehren. Gewalt gegen eine andere Person kann in Form von geistigem, körperlichem oder sexuellem Missbrauch stattfinden.

Häufig sind Kinder die Opfer von Gewalt. Allein in Deutschland haben laut dem Statistischen Bundesamt (Destatis) die Jugendämter im Jahr 2019 bei circa 55.500 Kindern und Jugendlichen eine Kindeswohlgefährdung festgestellt.

Was ist körperliche Gewalt?

Körperliches Mobbing ist, wenn das Verhalten einer Person gegenüber einer anderen Person darauf ausgerichtet ist, körperlichen Schmerz zuzufügen (Treten, Stoßen, Schlagen, etc). Körperliche Misshandlungen können sich am Körper der missbrauchten Person zeigen, dies ist jedoch nicht immer der Fall.

Oft verursacht der Gewalttäter absichtlich Schmerzen so, dass davon keine Spuren zu sehen sind. Opfer körperlicher Gewalt landen häufig mit Platzwunden, Brüchen, blauen Flecken und inneren Verletzungen in Krankenhäusern.

In einer solchen Situation versucht der Gewalttäter diese Verletzungen meist zu erklären, indem er behauptet, der oder die andere Person wäre die Treppe heruntergefallen oder gestolpert. Körperliche Grausamkeit kann sehr hinterlistige und heimtückische Formen annehmen. Mobbing gibt ihnen ein Gefühl von Stärke und Überlegenheit.

Welche Auswirkungen hat physisches Mobbing?

Die physischen Folgen von Mobbing können für die Opfer folgenschwer sein. Es kann zur Schädigung der inneren Organe und des Gehirns oder auch zu einer Behinderung kommen. Manchmal stirbt das Opfer auch an den Folgen der körperlichen Gewalt.

Körperliche Gewalt wirkt sich auch auf die Psyche der missbrauchten Person aus. Der geschlagene Mensch verliert das Gefühl der Sicherheit, akzeptiert sich selbst nicht und macht sich oft sogar selbst für die Gewalttaten verantwortlich, die er selbst erleidet.

Solche Menschen haben ernsthafte Probleme beim Aufbau gesunder zwischenmenschlicher Beziehungen, sie geraten in Depressionen und Angstzustände. Es kommt auch wiederholt vor, dass Opfer von Gewalt später selbst andere Menschen missbrauchen.

Welche Auswirkungen hat psychische Gewalt?

Psychische Belästigung zielt meist darauf ab, einer anderen Person emotionale Schmerzen zuzufügen, nur das dabei dabei keine körperliche Gewalt angewendet wird. Psychischer Missbrauch hinterlässt emotionale Schäden aber keine körperlich sichtbaren Spuren bei der missbrauchten Person.

Viele verschiedene Verhaltensweisen können zu psychischem Missbrauch beitragen. Dies können beispielsweise Beleidigungen, Beschimpfungen und/oder Demütigungen eines anderen Menschen sein.

Opfer von psychischem Missbrauch erleiden innere Qualen. Sie haben oft Angstzustände und Depressionen und entwickeln nicht selten ein sehr geringes Selbstwertgefühl. Sie haben das Gefühl, dass sie verdienen, was mit ihnen passiert.

Kinder, die seelisch-psychisch-emotional missbraucht wurden, durchleben eine schwierige emotionale und soziale Entwicklung. Sie spüren die Folgen und Auswirkungen von Gewalt auch im Erwachsenenalter. Es kann unter anderem zu Schuldgefühlen, Schlafstörungen, Neurosen, Selbstmordgedanken, Drogenabhängigkeit, Alkoholismus und aggressiven sowie kriminellen Verhalten kommen.

Häusliche Gewalt – ob physisch oder psychisch – ist für das Opfer verheerend. Es kann in der Folge passieren, dass missbrauchte Kinder dem Muster folgen, das sie zu Hause erlebt beziehungsweise durchlebt haben, nachdem sie eine Familie gegründet haben. Trotz des Missbrauchs fühlt sich die missbrauchte Frau oder das missbrauchte Kind nicht selten eng mit dem Täter verbunden, was sie vielfach daran hindert, Hilfe zu suchen.

Ein Beitrag der Medizin Doc-Redaktion. Dieser Beitrag beschäftigt sich mit einem medizinischen Thema, einem Gesundheitsthema oder einem oder mehreren Krankheitsbildern. Dieser Artikel dient nicht der Selbst-Diagnose und ersetzt auch keine Diagnose durch einen Arzt oder Facharzt. Bitte lesen und beachten Sie hier auch den Hinweis zu Gesundheitsthemen!

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