Kombination zweier Medikamente verlängert Lebensdauer von Mäusen um ein Drittel

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Dr. Amalia Michailov, Veröffentlicht am: 24.07.2025, Lesezeit: 3 Minuten

Ein Forschungsteam des Max-Planck-Instituts für Biologie des Alterns hat in einer aktuellen Studie gezeigt, dass eine Kombination der Medikamente Rapamycin und Trametinib die Lebensspanne von Mäusen um bis zu 35 Prozent verlängern kann – und dabei auch die Gesundheit im Alter verbessert.

Die Studie wurde in Zusammenarbeit mit der University College London (UCL) durchgeführt und im Fachjournal Nature Aging veröffentlicht. Die Ergebnisse geben Einblick in neue Ansätze der Altersforschung, auch wenn sie noch nicht direkt auf den Menschen übertragbar sind.

Länger leben – und gesünder altern

In der Versuchsreihe wurden über 800 Mäuse beider Geschlechter entweder mit Rapamycin, Trametinib oder einer Kombination aus beiden Wirkstoffen behandelt. Während Rapamycin allein die Lebensdauer um bis zu 20 Prozent und Trametinib um rund 10 Prozent verlängerte, erreichte die Kombination beider Präparate einen Zuwachs von etwa 30 bis 35 Prozent. Dabei zeigte sich nicht nur eine verlängerte Lebensspanne, sondern auch ein insgesamt verbesserter Gesundheitszustand im Alter.

Behandelte Tiere wiesen weniger Alterskrankheiten wie Tumore auf, zeigten geringere Entzündungswerte – auch im Gehirn – und hatten einen stabileren Zuckerstoffwechsel. „Es geht nicht nur darum, länger zu leben, sondern auch länger gesund zu bleiben“, betont Studienleiterin Linda Partridge vom Max-Planck-Institut.

Zelluläre Alterung im Visier

Beide Medikamente sind bereits beim Menschen für andere Indikationen zugelassen: Rapamycin wird als Immunsuppressivum eingesetzt, Trametinib in der Krebstherapie. Die Wirkstoffe greifen in unterschiedliche Signalwege der Zelle ein, die maßgeblich an Alterungsprozessen beteiligt sind. Rapamycin hemmt den sogenannten mTOR-Signalweg, Trametinib blockiert die MEK-Erk-Kaskade, eine zentrale Wachstumssignalkette.

„Die Medikamente wirken in verschiedenen Bereichen des zellulären Alterns. Ihre Kombination scheint nicht nur additiv zu sein, sondern erzeugt offenbar neue, synergistische Effekte“, so Partridge.

Noch kein Einsatz beim Menschen

Trotz der vielversprechenden Ergebnisse bleiben die Forscher zurückhaltend. Zwar traten im Tierversuch keine schwerwiegenden Nebenwirkungen auf, doch betonen die Wissenschaftler, dass es keine Garantie dafür gibt, dass sich die Effekte auf den Menschen übertragen lassen. Klinische Studien zur Anwendung beim Menschen laufen derzeit, sind jedoch noch nicht abgeschlossen.

„Wir wollen keine Anti-Aging-Pille verkaufen. Unser Ziel ist, das Altern besser zu verstehen – und Wege zu finden, altersbedingten Krankheiten vorzubeugen“, erklärt Partridge. Die Kombinationstherapie sei ein spannender Ansatz, aber aktuell noch kein klinisches Angebot.

Fazit: Forschungsdurchbruch mit Fragezeichen

Die Kombination von Rapamycin und Trametinib verlängert das Leben von Mäusen deutlich – und verbessert ihre Gesundheit im hohen Alter. Das macht Hoffnung für künftige Therapieansätze gegen altersbedingte Erkrankungen beim Menschen. Doch bis zu einer möglichen Anwendung ist noch viel Forschung notwendig. Für den Moment bleibt es ein vielversprechender Fortschritt in der Grundlagenforschung zur Langlebigkeit.

Quellen:

  1. Max-Planck-Institut für Biologie des Alterns: https://www.age.mpg.de/423298/250526_pm_live_longer
  2. Nature Aging, Originalstudie: https://www.nature.com/articles/s43587-025-00876-4
  3. Spiegel Online: https://www.spiegel.de/wissenschaft/medizin/gesundheit-und-langlebigkeit-rapamycin-und-trametinib-in-einer-neuen-studie-wie-eine-pille-das-altern-stoppen-koennte-a-e5c1fa7f-7fe8-4cf0-bbfa-5f0c13981bf4
  4. Lifespan.io: https://www.lifespan.io/news/a-drug-combo-increases-lifespan-in-mice-by-over-30
  5. UCL News: https://www.ucl.ac.uk/news/2025/may/combination-drug-therapy-prolongs-life-mice

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