Bakterien in der Nase könnten Alzheimer auslösen

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Dirk de Pol, aktualisiert am 18. Februar 2022, Lesezeit: 3 Minuten

Forscher haben Belege dafür gefunden, dass Bakterien in der Nase über die Nerven in der Nasenhöhle ins Gehirn gelangen und dort zur Alzheimer-Krankheit führen könnten. Die Forschungsergebnisse, die in der Zeitschrift Scientific Reports veröffentlicht wurden, ergänzen die zunehmenden Hinweise darauf, dass die Alzheimer-Krankheit zunächst durch virale oder bakterielle Infektionen ausgelöst werden kann.

Das Bakterium Chlamydia pneumoniae ist weit verbreitet. Es ist eine der Hauptursachen für Lungenentzündung. Allerdings wurde es gelegentlich auch im Gehirn nachgewiesen wurde. In einer australischen Studie untersuchte ein Forscherteam wie genau Chlamydia pneumoniae ins Gehirn gelangen und dort eventuell Schäden verursachen kann.

Bei Tests an Mäusen stellte das Forscherteam fest, dass Chlamydia pneumoniae innerhalb von 72 Stunden nach dem Eindringen in die Nase die Riech- und Trigeminusnerven und dann den Riechkolben infizieren kann. Dabei handelt es sich um eine neuronale Struktur im Vorderhirn, die den Geruchssinn verarbeitet und von der es nur ein kurzer Weg zum Rest des Gehirns ist.

In der Studie wurde festgestellt, dass die Bakterien, nachdem sie in das zentrale Nervensystem eingedrungen waren, mehrere Veränderungen auslösten, die mit der Alzheimer-Krankheit in Verbindung gebracht werden. Schon nach ein paar Tagne bildeten sich Ablagerungen von Beta-Amyloid-Plaques, die ein charakteristisches Merkmal der Alzheimer-Krankheit sind. Nach einigen Wochen zeigten Veränderungen in mehreren Genen, die mit der Alzheimer-Krankheit in Verbindung gebracht werden.

Die Studie reiht sich ein in eine wachsende Zahl von Untersuchungen, die darauf hinweisen, dass Alzheimer zunächst durch Infektionen mit Viren und Bakterien ausgelöst wird. Als Alzheimer-Auslöser werden bislang vorallem das Herpesvirus und Mundbakterien, insbesondere eine Zunahme der Bakterien, die Zahnfleischerkrankungen verursachen, verdächtig.

Die Forscher wollen als Nächstes nach Möglichkeiten suchen, all diese Bakterien gezielter zu bekämpfen, was zu neuen präventiven Behandlungen für Alzheimer führen könnte.

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