Neuroblastom: Krebszellentod durch Eisenüberschuss?

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Medizin Doc Redaktion, Beitrag vom 24. Februar 2021

Krebszellenforschung: Neuroblastom ist ein Krebs, der sich im Nervengewebe entwickelt. Am häufigsten entsteht er in den Drüsen im Bereich der Nieren. Das Gen MYCN wird in 20-25 Prozent der Neuroblastome stark exprimiert. Das MYCN-amplifizierte Neuroblastom ist für einen erheblichen Prozentsatz der krebsbedingten Todesfälle bei Kindern verantwortlich.

Neuroblastom: Neuer Behandlungsansatz

Dr. Anthony Faber und ein Team von Wissenschaftlern am VCU Massey Cancer Center der Virginia Commonwealth University (Richmond, Virginia) haben untersucht, wie das Gen MYCN und ein Überschuss an Eisen den Krebszelltod im Neuroblastom antreiben und damit potenziell neuen Behandlungen anvisiert werden können.

In einer Krebszelle ist Eisen ein zweischneidiges Schwert. Es kann dem Krebs helfen, zu wachsen und zu überleben, aber es erzeugt auch toxische Moleküle in der Zelle, die als reaktive Sauerstoffspezies (Sauerstoffradikale) bezeichnet werden, so die Wissenschaftler.

Reaktive Sauerstoffspezies (Sauerstoffradikale) sind hochgradig instabile chemische Moleküle, die mit anderen Molekülen innerhalb einer Zelle reagieren und Genschäden und Zelltod (Ferroptose) auslösen. Ferroptose ist eine erst kürzlich entdeckte Art des Zelltods, die vor allem durch die Anhäufung von Eisen beeinflusst wird.

Nach Ansicht der Forscher der Virginia Commonwealth University gibt es bislang nur ein relativ geringes wissenschaftliches Verständnis der Ferroptose. Noch weniger ist darüber bekannt, welche Krebsarten für Ferroptose-induzierende Medikamente besonders anfällig sein könnten.

Im Rahmen einer kürzlich in wissenschaftlichen Fachzeitschrift Cancer Research veröffentlichten Forschungsarbeit haben Faber und seine Kollegen an der Virginia Commonwealth University festgestellt, dass das MYCN-Gen eine Anfälligkeit für Medikamente bewirkt, die Ferroptose auslösen, weil MYCN viel Eisen benötigt, um die Krebszelle anzutreiben und unkontrolliert zu wachsen.

Durch das Hochfahren der Entgiftungssysteme auf zellulärer Ebene erzeugt das Gen MYCN so viel Eisen, dass es auch eine Anfälligkeit für Medikamente auslöst, die die Fähigkeit der Zelle zur Beseitigung von reaktive Sauerstoffspezies (Sauerstoffradikale) blockieren, wie Forscher herausfanden.

Fernen entdeckten die Wissenschaftler, dass die Blockierung dieser Entgiftungssysteme mit verfügbaren Medikamenten dazu führt, dass MYCN-amplifizierte Zellen krank werden und sterben.

Da MYCN weiterhin eines der wichtigsten Ziele in der Krebstherapie ist, zeigt die vorliegende Studie eine neue und klinisch wichtige Strategie zur Behandlung von MYCN-assoziierten Krebserkrankungen auf, so die Forscher.

Unter Verwendung von präklinischen Tumormodellen werden die Forscher die Fähigkeit von zwei Medikamenten, die von der FDA für rheumatoide Arthritis zugelassen sind, testen, um Ferroptose und Tumorreaktionen in Neuroblastomzellen mit hohen MYCN-Werten zu erzeugen.

Was ist ein Neuroblastom?

Neuroblastom ist eine Krebsart, die sich in Nervenzellen, den sogenannten Neuroblasten, bildet. Neuroblasten sind nicht ausgereiftes Nervengewebe. Normalerweise entwickeln sie sich zu funktionierenden Nervenzellen. Aber beim Neuroblastom bilden sie einen Tumor.

Das Neuroblastom beginnt meist in den Nebennieren. Der Mensch hat zwei Nebennieren, eine oberhalb jeder Niere. Die Nebennieren stellen wichtige Hormone her, die helfen, die Herzfrequenz, den Blutdruck, den Blutzucker und wie der Körper auf Stress reagiert, zu kontrollieren. Das Neuroblastom kann auch im Hals, in der Brust oder im Rückenmark beginnen.

Ursachen: Was verursacht ein Neuroblastom?

Das Neuroblastom wird durch Genveränderungen (Mutationen) verursacht. In den meisten Fällen ist die Ursache für die Mutation unbekannt. In einigen anderen Fällen wird die Mutation von einem Elternteil an das Kind weitergegeben.

Symptome des Neuroblastoms

Neuroblastom beginnt oft in der frühen Kindheit. Die häufigsten Symptome werden dadurch verursacht, dass der Tumor beim Wachsen auf umliegendes Gewebe drückt oder dass der Krebs sich auf den Knochen ausbreitet.

(Quellen: Massey Cancer Center der Virginia Commonwealth University / Cancer Research / NIH National Cancer Institute)

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