Nachahmer-Molekül macht alte Antibiotika wieder wirksam

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Dirk de Pol, aktualisiert am 18. Dezember 2021, Lesezeit: 3 Minuten

Wir befinden uns in einem Wettrüsten gegen antibiotikaresistente Superbakterien. Dank einer neuen Behandlung, die Enzyme ausschaltet, mit denen sich Bakterien gegen die Medikamente wehren, könnten wir wieder die Oberhand gewinnen.

Wenn Bakterien durch Antibiotika unter Druck gesetzt werden, geben die überlebenden Bakterien ihre antibiotikaresistenzen Gene schnell an die nächste Generation weiter, wodurch die eingesetzten Medikamente wirkungslos werden. Mediziner gehen dann zu einer anderen Art von Antibiotika über, gegen die die Bakterien dann schließlich genauso resistent werden. So geht der Kreislauf weiter bis es immer schwieriger wird, neue Antibiotika zu entwickeln.

So verlangsamt sich die Entwicklung neuer Antibiotika immer mehr, und es gibt bereits Bakterien, die gegen alles resistent sind. Daher war das Ziel einer neuen Studie, Wege finden, um Bakterien zu schwächen und so den Einsatz vorhandener Medikamente zu verlängern.

Die Forschern des Ineos Oxford Institute for Antimicrobial Research konzentrierten sich auf die Verbesserung der so genannten Carbapenemen-Antibiotika. Diese gelten oftmals als letzte Verteidigungslinie zur Behandlung von Infektionen, die gegen andere Medikamente resistent sind. Einige Arten von Bakterien haben diese letzte Verteidigungslinie jedoch bereits durchbrochen. Die Bakterien produzieren dafür Metallo-Beta-Lactamasen-Enzyme (MBL), die die Medikamente einfach abbauen. Daher suchten die Forscher nach einem Weg, diese MBLs zu deaktivieren und die Funktion der Carbapeneme wiederherzustellen.

Das Forscherteam begann mit einer Prüfung von Hunderttausenden verschiedener Chemikalien, um einige zu finden, die mit MBLs interagieren könnten, während sie im Idealfall menschliche Proteine in Ruhe lassen. Sie wählten Indolcarboxylate aus, da diese die Verbindungsstellen von Carbapenemen nachahmen. Da die MBLs mit diesen Molekülen interagieren, können die Medikamente die Bakterien (wie zuvor wieder) töten.

Die Forscher kombinierten Indolcarboxylate mit einem bereits vorhandenen Carbapenem-Antibiotika und stellten im Verusch mit Mäusen fest, dass die Kombination fünfmal wirksamer gegen die Superbakterien war als die Antibiotika allein und mit einer geringeren Dosis wirkte.

Weitere Tests sind erforderlich, um festzustellen, ob die Behandlung auch beim Menschen wirksam ist. Doch die Ergebnisse könnten zu neuen Medikamenten führen, die dazu beitragen, die zunehmende Bedrohung durch Superbakterien wirksam einzudämmen.

Quellen: Nature Chemistry, Phys.org


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