M.A. Dirk de Pol, aktualisiert am 4. April 2024, Lesezeit: 9 Minuten

In den letzten Jahren hat das Intervallfasten als besonders gesundheitsfördernde Ernährungsform an Bedeutung gewonnen. Eine aktuelle Studie bestätigt nun die positiven Auswirkungen des Intervallfastens auf die Reduzierung von Entzündungswerten im Körper.

Was ist Intervallfasten?

Intervallfasten, auch bekannt als intermittierendes Fasten, ist eine Methode des Essens, bei der längere Pausen zwischen den Mahlzeiten eingelegt werden. Es ist ein beliebter Trend in der Ernährungsmedizin, der helfen kann, gesund abzunehmen und das Körpergewicht zu halten. Studien haben auch gezeigt, dass Intervallfasten vor Diabetes Typ 2 schützen kann. Es gibt verschiedene Methoden des Intervallfastens, die sich in der Dauer der Fasten- und Essensphasen unterscheiden.

16:8-Methode

Bei dieser Methode werden täglich 16 Stunden gefastet und in den verbleibenden 8 Stunden zwei Mahlzeiten eingenommen. Zum Beispiel kann man das Frühstück auslassen und erst um 12 Uhr mittags die erste Mahlzeit des Tages zu sich nehmen. Die letzte Mahlzeit des Tages sollte dann spätestens um 20 Uhr eingenommen werden.

5:2-Methode

Bei dieser Methode isst man an fünf Tagen in der Woche normal und reduziert die Kalorienzufuhr an den verbleibenden zwei Tagen auf etwa 500-800 Kalorien für Frauen und 600-850 Kalorien für Männer. An den Fastentagen sollte man auch auf schnell verdauliche Kohlenhydrate verzichten. Diese Methode ist etwa so effektiv wie eine dauerhafte Kalorienreduktion, aber leichter durchzuhalten.

1:1-Methode

Bei dieser Methode wird jeden zweiten Tag gefastet. An einem Tag isst man normal, am nächsten Tag reduziert man die Kalorienzufuhr auf etwa 25 Prozent der üblichen Energiemenge. Man wechselt also immer zwischen „normalen“ Tagen und Fastentagen. Es ist wichtig, bei dieser Methode auf eine ausgewogene Ernährung zu achten, um den Körper mit allen wichtigen Nährstoffen zu versorgen.

Beim Intervallfasten ist es erlaubt, kalorienfreie Getränke wie Wasser, ungesüßten Tee oder schwarzen Kaffee zu trinken. Zwischen den Mahlzeiten sollte man Pausen von mindestens vier bis fünf Stunden einhalten, um den Fettabbau nicht zu stoppen.

Intervallfasten hat verschiedene positive Effekte auf den Körper. Es ermöglicht eine längere Zeit für die Fettverbrennung und verhindert den Abbau von Muskelmasse. Zudem kommt es durch das Fasten zu biochemischen Veränderungen im Körper, die den Zucker- und Fettstoffwechsel verbessern und Entzündungen lindern können. Studien an Mäusen haben gezeigt, dass Intervallfasten zu einem gesunden Körpergewicht und einer längeren Lebensdauer führen kann.

Es ist wichtig zu beachten, dass Intervallfasten nicht für jeden geeignet ist. Menschen mit bestimmten gesundheitlichen Bedingungen oder Essstörungen sollten vorher einen Arzt konsultieren. Zudem ist es ratsam, sich während des Fastens ausgewogen zu ernähren und auf eine ausreichende Nährstoffzufuhr zu achten.

Die Auswirkungen des Intervallfastens auf Entzündungen

Eine Studie des Department of Oncological Sciences der Icahn School of Medicine in New York hat sich mit den Auswirkungen des Intervallfastens auf den Organismus beschäftigt. Dabei wurden zwölf gesunde Erwachsene untersucht, die zuvor 19 Stunden lang gefastet hatten. Die Ergebnisse der Studie zeigten, dass eine Fastenperiode von 19 Stunden die Entzündungswerte im Blut senken kann. Insbesondere die Aktivität von Monozyten, Immunzellen, die bei Entzündungen auftreten, wurde reduziert.

Warum sind Entzündungen im Körper problematisch?

Entzündungen sind eine natürliche Reaktion des Körpers auf Verletzungen oder Infektionen. Sie dienen der Abwehr von Krankheitserregern und der Heilung von Wunden. Allerdings können chronische Entzündungen zu verschiedenen Krankheiten führen. Sie werden mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes, Krebs und anderen chronischen Erkrankungen in Verbindung gebracht. Daher ist es wichtig, Entzündungen im Körper zu reduzieren und unter Kontrolle zu halten.

Was sind die Vorteile des Intervallfastens?

Das Intervallfasten erfreut sich nicht nur aufgrund seiner potenziellen Gewichtsreduktion großer Beliebtheit, sondern es gibt auch weitere gesundheitliche Vorteile, die durch aktuelle Studien belegt werden.

Gewichtsreduktion

Intervallfasten kann dabei helfen, ein Kaloriendefizit zu erreichen und somit Gewicht zu verlieren. Durch die begrenzte Essenszeit wird die Kalorienaufnahme reduziert, was zu einer effektiven Gewichtsabnahme führen kann.

Verbesserung der Insulinsensitivität

Studien haben gezeigt, dass Intervallfasten die Insulinsensitivität verbessern kann. Dies bedeutet, dass der Körper besser auf Insulin reagiert und den Blutzuckerspiegel effizienter regulieren kann. Eine verbesserte Insulinsensitivität kann das Risiko für Diabetes reduzieren.

Förderung der Autophagie

Beim Intervallfasten wird der Körper dazu angeregt, den Prozess der Autophagie zu aktivieren. Dabei werden alte und beschädigte Zellen abgebaut und recycelt. Dieser Prozess kann zu einer verbesserten Zellgesundheit führen und das Risiko für bestimmte Krankheiten verringern.

Steigerung der geistigen Klarheit

Viele Menschen berichten von einer verbesserten Konzentration und geistigen Klarheit während des Fastens. Es wird angenommen, dass dies auf eine verbesserte Energieversorgung des Gehirns und eine erhöhte Produktion von Neurotransmittern zurückzuführen ist.

Verlängerung der Lebensdauer

Tierstudien haben gezeigt, dass Intervallfasten die Lebensdauer verlängern kann. Eine Studie an Mäusen ergab, dass Intervallfasten die Lebensdauer um bis zu 35 Prozent erhöhen kann. Es wird angenommen, dass dies auf die positiven Auswirkungen auf den Stoffwechsel und die Zellgesundheit zurückzuführen ist.

Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass weitere klinische Studien an Menschen erforderlich sind, um die gesundheitlichen Vorteile des Intervallfastens eindeutig zu bestätigen. Dennoch liefern die bisherigen Studien vielversprechende Ergebnisse, die auf die positiven Auswirkungen des Intervallfastens auf die Gesundheit hinweisen.

Ist Intervallfasten für jeden geeignet?

Obwohl das Intervallfasten viele gesundheitliche Vorteile bietet, ist es nicht für jeden geeignet. Diabetiker sollten ihre Ernährung nicht ohne Rücksprache mit ihrem Arzt umstellen. Auch Schwangere, Menschen mit chronischen Krankheiten und Untergewichtige sollten vor Beginn des Fastens ärztlichen Rat einholen. Jeder Körper ist einzigartig und reagiert unterschiedlich auf verschiedene Ernährungsformen, daher ist es wichtig, auf die individuellen Bedürfnisse zu achten.

FAQ – Häufig gestellte Fragen zum Intervallfasten

Wie lange sollte man fasten?
Die Dauer des Fastens kann je nach persönlichen Vorlieben und Zielen variieren. Beim 16/8-Fasten fastet man beispielsweise 16 Stunden und isst innerhalb eines 8-stündigen Zeitfensters. Beim 5:2-Fasten fastet man an zwei Tagen in der Woche und isst an den restlichen Tagen normal. Es ist wichtig, auf seinen Körper zu hören und das Fasten an die eigenen Bedürfnisse anzupassen.

Kann man während des Fastens Wasser trinken?
Ja, während des Fastens ist es wichtig, ausreichend Flüssigkeit zu sich zu nehmen. Wasser, ungesüßter Tee und schwarzer Kaffee sind erlaubt und können helfen, das Hungergefühl zu reduzieren.

Kann man während des Fastens Sport treiben?
Ja, es ist möglich, während des Fastens Sport zu treiben. Allerdings sollte man auf seinen Körper hören und auf Anzeichen von Erschöpfung oder Schwindel achten. Es kann hilfreich sein, das Training in die Essensphase zu legen, um ausreichend Energie zu haben.

Kann man während des Fastens Nahrungsergänzungsmittel einnehmen?
Ja, während des Fastens können Nahrungsergänzungsmittel eingenommen werden, um sicherzustellen, dass der Körper alle notwendigen Nährstoffe erhält. Es ist jedoch wichtig, sich mit einem Arzt oder Ernährungsberater abzusprechen, um die richtigen Nahrungsergänzungsmittel auszuwählen.

Wie kann ich sicherstellen, dass ich während des Fastens ausreichend Nährstoffe erhalte?

Um sicherzustellen, dass Sie während des Fastens ausreichend Nährstoffe erhalten, gibt es einige wichtige Punkte zu beachten.

Achten Sie auf eine ausgewogene Ernährung vor dem Fasten. Bevor Sie mit dem Fasten beginnen, ist es wichtig, sicherzustellen, dass Sie Ihre Ernährung im Vorfeld ausgewogen gestaltet haben und alle notwendigen Nährstoffe zu sich genommen haben. Eine gesunde Ernährung vor dem Fasten kann sicherstellen, dass Ihr Körper bereits ausreichend Vitamine und Vitalstoffe in Reserve angelegt hat. Wenn Sie zum ersten Mal fasten oder gesundheitliche Bedenken haben, sollten Sie dies nur mit ärztlicher Voruntersuchung und Begleitung durchführen. Ein Arzt kann Sie auf mögliche Grunderkrankungen überprüfen und prüfen, ob Sie Mangelerscheinungen haben, die gegen das Fasten sprechen. Während des Fastens ist es wichtig, ausreichend Flüssigkeit zu sich zu nehmen, um den Körper hydratisiert zu halten und die Ausscheidung von Giftstoffen zu fördern. Wasser und Kräutertees sind dabei die besten Optionen, um den Körper mit Flüssigkeit zu versorgen.

Um der Übersäuerung während des Fastens entgegenzuwirken, können Sie basische Gemüse- und Obstsäfte trinken. Diese können helfen, den Säuregehalt im Körper auszugleichen und gesundheitlichen Problemen wie Gicht oder Gallen- und Nierensteinen vorzubeugen. Da der Körper während des Fastens Eiweiß besonders schnell abbaut, sollten Sie auch Milchprodukte zu sich nehmen, da sie wertvolle Mineralien und Eiweiße enthalten, die einem Muskelabbau entgegenwirken können. Während einer Fastenkur sollten lebensnotwendige Mineralien wie Kalium, Magnesium und Kalzium nicht fehlen. Diese Mineralien können beispielsweise durch den Verzehr von kaliumreichen Lebensmitteln oder durch die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln zugeführt werden.

Wie lange dauert es, bis man Ergebnisse beim Intervallfasten sieht?
Die Ergebnisse des Intervallfastens können von Person zu Person variieren. Einige Menschen sehen bereits nach wenigen Wochen positive Veränderungen, wie zum Beispiel Gewichtsverlust oder verbesserte Energie. Es ist wichtig, geduldig zu sein und das Intervallfasten langfristig als Teil eines gesunden Lebensstils zu betrachten.

Fazit

Das Intervallfasten ist eine Ernährungsmethode, die nicht nur beim Gewichtsverlust helfen kann, sondern auch positive Auswirkungen auf die Gesundheit hat. Eine aktuelle Studie hat gezeigt, dass das Intervallfasten Entzündungswerte im Körper reduzieren kann, was besonders wichtig ist, da chronische Entzündungen mit verschiedenen Krankheiten in Verbindung gebracht werden. Es ist jedoch wichtig, das Intervallfasten an die individuellen Bedürfnisse anzupassen und bei bestehenden gesundheitlichen Problemen einen Arzt zu konsultieren. Mit Geduld und Disziplin kann das Intervallfasten zu einer gesunden und ausgewogenen Ernährung beitragen.

Quellen und weiterführende Informationen

  1. Dietary Intake Regulates the Circulating Inflammatory Monocyte Pool. Stefan Jordan, Navpreet Tung, Maria Casanova-Acebes, Marie-Luise Berres, Emily J. Gallagher, Miriam Merad et al. Cell 2019. DOI: https://doi.org/10.1016/j.cell.2019.07.050
  2. Intervallfasten: So funktioniert intermittierendes Fasten, AOK, 2023.
  3. Cell – Wang A, Huen SC, Luan HH, Yu S, Zhang C, Gallezot JD, Booth CJ, Medzhitov R. Opposing Effects of Fasting Metabolism on Tissue Tolerance in Bacterial and Viral Inflammation. Cell. 2016 Sep 8;166(6):1512-1525.e12. doi: 10.1016/j.cell.2016.07.026. PMID: 27610573; PMCID: PMC5555589.

ddp


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Wichtiger Hinweis: Der Beitrag beschäftigt sich mit einem medizinischen Thema, einem Gesundheitsthema oder einem oder mehreren Krankheitsbildern. Dieser Artikel dient nicht der Selbst-Diagnose und ersetzt auch keine Diagnose durch einen Arzt oder Facharzt. Bitte lesen und beachten Sie hier auch den Hinweis zu Gesundheitsthemen!

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