Forschung: Augen schonen – Was gegen trockene, müde und gereizte Augen hilft

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Medizin Doc Redaktion, Veröffentlicht am: 22.09.2022, Lesezeit: 4 Minuten

Was hilft die Augen bei zu entlasten und zu schonen? Die einfache 20-20-20-Regel hilft tatsächlich gegen Augenbelastung durch zu viel Bildschirmarbeit oder permanentes Starren aufs Smartphone, wie eine Studie der Aston University zeigt.

  • Schon seit langem wird diese Methode empfohlen, um die Belastung der Augen bei der Arbeit am Bildschirm zu verringern. 

Nun haben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Aston University in Birmingham, England, nachgewiesen, dass die 20-20-20-Regel – alle 20 Minuten eine Pause von mindestens 20 Sekunden einzulegen und mindestens einen Meter weit wegzuschauen – hilft, einige der Symptome zu lindern, die bei längerer Computernutzung auftreten.

Nach Schätzungen weisen mindestens die Hälfte der Menschen, die regelmäßig am Computer arbeiten, eine Form der digitalen Augenbelastung auf, die zu Problemen mit der Augenoberfläche wie Reizungen und Trockenheit oder zu Sehproblemen wie Kopfschmerzen oder verschwommenem Sehen führt. 

  • Normalerweise blinzeln Menschen ungefähr 15 Mal pro Minute. Durch das Starren auf einen Bildschirm sinkt diese Zahl im Allgemeinen auf die Hälfte oder sogar noch weiter darunter. 

Das kann zu trockenen, gereizten und müden Augen führen, aber schon zwanzig Sekunden, in denen man sich auf etwas anderes konzentriert, reichen aus, um die Augen ausreichend zu entspannen und die Belastung zu verringern.

Forscherinnen und Forscher des College of Health and Life Sciences der Aston University haben für ihre Studie 29 Teilnehmerinnen und Teilnehmer befragt, die an Symptomen von Augenüberlastung leiden. 

Mithilfe einer speziellen Software, die auf die Laptops der Teilnehmerinnen und Teilnehmer heruntergeladen wurde, konnten sie mit der eingebauten Laptop-Kamera überprüfen, ob sie am Bildschirm saßen, und alle paar Sekunden ihre Blickrichtung kontrollieren. 

Wenn die Teilnehmer 20 Minuten lang ununterbrochen auf den Bildschirm geschaut hatten, zeigte das Programm eine Meldung an und forderte sie auf, sich 20 Sekunden lang auszuruhen und auf ein beliebiges weit entferntes Ziel zu schauen, etwa aus dem Fenster oder quer durch einen Raum. 

Die Benachrichtigung konnte nicht entfernt werden, bis die Aufgabe ordnungsgemäß ausgeführt wurde, was von der App gemessen wurde.

Deutlicher Rückgang der Augensymptome wie Trockenheit, Empfindlichkeit und Unbehagen

Vor und nach dem Einsatz der Erinnerungs-App sowie eine Woche nach Abschluss der Studie wurden die Symptome der digitalen Augenbelastung der Probanden gemessen. 

Es zeigte sich ein deutlicher Rückgang der Augensymptome wie Trockenheit, Empfindlichkeit und Unbehagen. Damit bestätigen die Forscher die Wirksamkeit der 20-20-20-Regel um die Augen zu schonen.

Professor James Wolffsohn, Professor für Optometrie an der Aston University, der die Studie in Zusammenarbeit mit der Universität Valencia, Spanien, leitete, sagte, dass in einer vorherigen Studie die Probanden lediglich aufgefordert wurden, die 20-20-20-Regel zu befolgen, aber in dieser Studie konnte durch die Zugangskontrolle der Software sichergestellt werden, dass die Teilnehmer wirklich alle 20 Minuten weggeschaut hatten. 

Dadurch verbesserten sich die Symptome in der gesamten Teilnehmergruppe. Nach Abschluss der Studie kehrten die Augensymptome der Teilnehmenden auf den Stand vor der Maßnahme zurück, so die Forscher.

Die Ergebnisse der vorliegenden Studie wurden im Contact Lens and Anterior Eye Journal veröffentlicht.

Quellen

  • Aston University
  • Cristian Talens-Estarelles et al., The effects of breaks on digital eye stress, dry eye and binocular vision: Testing the 20-20-20 rule, Contact Lens and Anterior Eye (2022). DOI: 10.1016/j.clae.2022.101744

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