Forschung: Neuer Grippeimpfstoff bietet breiten Schutz gegen Influenza-A-Virus-Infektionen

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M.A. Dirk de Pol, aktualisiert am 21.02.2024, Lesezeit: 3 Minuten

Wirksamkeit von Grippeschutz-Impfungen: In den vergangenen zehn Jahren war die Wirksamkeit des Impfstoffs gegen den Grippevirus (Influenzavirus) H3N2 gering, sie lag bei lediglich 33 Prozent und fiel in der Grippesaison 2014-2015 auf nur noch 6 Prozent.

Grippeimpfstoff mit Kreuzschutz

Laut einer neuen Studie von Wissenschaftlern des Institute for Biomedical Sciences an der Georgia State University bietet ein neuer universeller Grippeimpfstoff einen umfangreichen Kreuzschutz gegen verschiedene Stämme und Subtypen von Influenza-A-Viren in jungen und älteren Bevölkerungsgruppen.

Bei der Entwicklung des universellen Grippeimpfstoffs verknüpften die Forschenden zwei hoch konservierte (im Laufe der Zeit relativ unveränderte) Teile des Virus genetisch miteinander – die extrazelluläre Domäne der Matrix 2 (M2e) und das Stielprotein, das in Influenza-A-H3N2-Viren vorkommt. 

Die im Fachblatt NPJ Vaccines veröffentlichten Ergebnisse zeigen, dass die Impfung mit dem M2e-Stängelprotein bei erwachsenen und alten Mäusen einen breiten Schutz gegen verschiedene Influenzavirusstämme und -subtypen durch eine universelle Impfstoff-vermittelte Immunität bewirkt.

Bisher standen Wissenschaftler bei der Entwicklung wirksamer Impfstoffe gegen Influenzaviren vor dem Problem, dass sich insbesondere der Kopfteil des Influenzavirus ständig verändert. 

Ein Vergleich der Influenza-A-Viren H1N1 und H3N2 zeigt, dass die H3N2-Subtypen aufgrund von Stielmutationen in zirkulierenden Stämmen und der instabilen Struktur der Stielproteine von H3N2-Viren besondere Herausforderungen darstellen. 

Bei der Entwicklung wirksamer Impfstoffe auf der Basis von H3-Stängelproteinen waren diese Nachteile bislang nur schwer zu überwinden.

Neue Mutationen

In den letzten zehn Jahren war die Wirksamkeit von Impfstoff gegen H3N2 gering und lag bei 33 Prozent und sank in der Grippesaison 2014/2015 auf nur noch 6 Prozent.

Es entstanden zudem neue Mutationen von H3N2-Varianten mit erhöhter Virulenz. Der Ausbruch von H7N9, einem anderen Influenza-A-Subtyp, gab Anlass zur Sorge über eine mögliche Pandemie.

Besserer Schutz, geringere Kosten

Laut Dr. Sang-Moo Kang, Hauptautor der Studie und Professor an der Georgia State University zeigen die Ergebnisse der vorliegenden Studie, dass das M2e-Stalk-Protein erstmals problemlos in bakteriellen Zellkulturen mit hoher Ausbeute produziert werden konnte und bei erwachsenen und alten Mäusen einen vergleichbaren Schutz gegen heterologe und heterosubtypische, gruppenübergreifende Subtypen (H1N1, H5N1, H9N2, H3N2 und H7N9) bietet.

Aus den Forschungsergebnissen geht zudem hervor, dass genetische M2e-Stiel-Fusionsproteine in großem Maßstab und zu geringen Kosten hergestellt und als universeller Influenza-A-Virus-Impfstoffkandidat für junge und alte Menschen entwickelt werden können.

Quellen

  • Georgia State University / Jeeva Subbiah et al, A chimeric thermostable M2e and H3 stalk-based universal influenza A virus vaccine, npj Vaccines (2022). DOI: 10.1038/s41541-022-00498-6

ddp

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