Dr. med. Ronald Batze, aktualisiert am 14. Juni 2024, Lesezeit: 5 Minuten

Eine Brustvergrößerung, auch bekannt als Augmentationsmammoplastik, ist ein chirurgischer Eingriff zur Vergrößerung der Brustgröße. Dabei werden Brustimplantate unter das Brustgewebe oder die Brustmuskulatur eingesetzt. Für einige Frauen ist die Brustvergrößerung eine Möglichkeit, ihr Selbstbewusstsein zu stärken. Für andere ist sie Teil des Wiederaufbaus der Brust nach verschiedenen Erkrankungen.

Warum eine Brustvergrößerung in Betracht ziehen?

Eine Brustvergrößerung kann mehrere Zwecke erfüllen, darunter:

  • Verbesserung des Aussehens: Für Frauen, die ihre Brüste als zu klein oder asymmetrisch empfinden, kann eine Brustvergrößerung das Aussehen verbessern und das Selbstbewusstsein stärken.
  • Veränderungen nach der Schwangerschaft: Schwangerschaft und erheblicher Gewichtsverlust können zu einer Verkleinerung der Brüste führen. Eine Vergrößerung kann helfen, die ursprüngliche Größe und Form wiederherzustellen.
  • Rekonstruktive Zwecke: Nach Brustoperationen aufgrund von Erkrankungen wie Krebs kann eine Vergrößerung beim Wiederaufbau der Brust helfen.
  • Steigerung des Selbstwertgefühls: Viele Frauen berichten von einem höheren Selbstwertgefühl und einer besseren Körperwahrnehmung nach der Operation.

Risiken einer Brustvergrößerung

Obwohl die Brustvergrößerung im Allgemeinen sicher ist, gibt es potenzielle Risiken:

  • Narbengewebe: Dies kann die Form des Brustimplantats verzerren.
  • Brustschmerzen: Einige Frauen erleben nach der Operation Schmerzen.
  • Infektion: Wie bei jeder Operation besteht ein Infektionsrisiko.
  • Veränderungen der Empfindung: Die Empfindung der Brustwarzen und Brüste kann sich ändern.
  • Implantatprobleme: Es kann zu Leckagen oder Rissen im Implantat kommen.
  • Brustimplantat-assoziiertes anaplastisches großzelliges Lymphom (BIA-ALCL): Eine seltene, aber ernste Erkrankung, die mit texturierten Implantaten in Verbindung gebracht wird.

Vorbereitung auf die Brustvergrößerung

Die Vorbereitung ist entscheidend für eine erfolgreiche Brustvergrößerung. Hier sind einige Schritte, die Sie berücksichtigen sollten:

  • Beratung: Besprechen Sie Ihre Ziele und Erwartungen mit einem plastischen Chirurgen. Überprüfen Sie die verfügbaren Implantattypen, wie z.B. Kochsalzlösung oder Silikon, und die chirurgischen Techniken.
  • Medizinische Bewertung: Ihr Chirurg kann eine Basismammographie und Anpassungen bestimmter Medikamente verlangen.
  • Lebensstiländerungen: Wenn Sie rauchen, müssen Sie mehrere Wochen vor und nach der Operation aufhören.
  • Nachsorgearrangements: Stellen Sie sicher, dass jemand Sie nach der Operation nach Hause fährt und die erste Nacht bei Ihnen bleibt.

Der Ablauf der Brustvergrößerung

Inzisionsstellen

Der Chirurg wird einen Schnitt an einer von drei Stellen machen:

  1. Inframammär: Unter der Brust.
  2. Axillär: Unter dem Arm.
  3. Periareolär: Um die Brustwarze herum.

Implantatplatzierung

Das Implantat kann an zwei Stellen platziert werden:

  • Subglandulär: Hinter dem Brustgewebe.
  • Submuskulär: Hinter der Brustwandmuskulatur.

Implantattypen

  • Kochsalzimplantate: Diese werden nach dem Einsetzen mit steriler Kochsalzlösung gefüllt.
  • Silikonimplantate: Diese sind vorgefüllt mit Silikongel.

Nachsorge

Nach der Operation können Sie Folgendes erwarten:

  • Schmerzen und Schwellungen: Diese sind häufig und können einige Wochen anhalten.
  • Kompressionskleidung: Das Tragen eines Sport-BHs oder eines Kompressionsverbandes kann bei der Unterstützung und Positionierung helfen.
  • Schmerzmanagement: Ihr Chirurg kann Schmerzmittel verschreiben.
  • Aktivitätseinschränkungen: Vermeiden Sie anstrengende Aktivitäten für mindestens zwei Wochen.

Langfristige Überlegungen

  • Alterung und Gewichtsschwankungen: Diese Faktoren können das Aussehen Ihrer Brüste im Laufe der Zeit beeinflussen. Es ist wichtig, realistische Erwartungen zu haben und sich darauf vorzubereiten, dass sich das Erscheinungsbild Ihrer Brüste ändern kann.
  • Lebensdauer der Implantate: Brustimplantate sind keine lebenslangen Geräte. Die durchschnittliche Lebensdauer eines Implantats beträgt etwa 10 Jahre. Im Laufe der Zeit kann es notwendig sein, die Implantate auszutauschen oder zu entfernen.
  • Regelmäßige Überwachung: Es wird empfohlen, regelmäßige Mammographien und möglicherweise MRTs durchzuführen, um den Zustand der Implantate zu überwachen. Dies hilft, potenzielle Probleme frühzeitig zu erkennen und zu behandeln.
  • Nachfolgende Operationen: Es kann erforderlich sein, im Laufe der Zeit zusätzliche Operationen durchzuführen, um die Implantate zu ersetzen oder Komplikationen zu beheben.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

1. Wie lange dauert die Brustvergrößerungsoperation?

Die Operation dauert in der Regel zwischen 1 und 2 Stunden, abhängig von der Komplexität des Eingriffs und der gewählten Technik.

2. Wie lange dauert die Erholungszeit nach einer Brustvergrößerung?

Die meisten Frauen können innerhalb weniger Tage zu nicht anstrengenden Tätigkeiten zurückkehren. Die vollständige Erholung kann jedoch mehrere Wochen dauern.

3. Sind Brustimplantate sicher?

Brustimplantate sind im Allgemeinen sicher, aber sie bergen Risiken wie Infektionen, Implantatrupturen und BIA-ALCL. Es ist wichtig, alle potenziellen Risiken mit Ihrem Chirurgen zu besprechen.

4. Kann ich nach einer Brustvergrößerung stillen?

Einige Frauen können nach einer Brustvergrößerung erfolgreich stillen, während andere Schwierigkeiten haben könnten. Besprechen Sie dies im Voraus mit Ihrem Chirurgen.

5. Übernimmt die Versicherung die Kosten für eine Brustvergrößerung?

In der Regel deckt die Versicherung die Kosten für eine Brustvergrößerung nicht, es sei denn, sie ist medizinisch notwendig, beispielsweise nach einer Mastektomie.

Quellen und weiterführende Informationen

  1. https://www.plasticsurgery.org/cosmetic-procedures/breast-augmentation
  2. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC9006741/

Ein Beitrag von Dr. med. Ronald Batze, Facharzt für plastische Chirurgie und Experte für Brustvergrößerung und -verkleinerung.

rb


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Wichtiger Hinweis: Der Beitrag beschäftigt sich mit einem medizinischen Thema, einem Gesundheitsthema oder einem oder mehreren Krankheitsbildern. Dieser Artikel dient nicht der Selbst-Diagnose und ersetzt auch keine Diagnose durch einen Arzt oder Facharzt. Bitte lesen und beachten Sie hier auch den Hinweis zu Gesundheitsthemen!

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