Studie: Wie das Gehirn Angst verarbeitet

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Medizin Doc Redaktion, aktualisiert am 6. November 2020, Lesezeit: 3 Minuten

Neurowissenschaft: Wie Angst im Gehirn entsteht: Wenn ein Mensch von einer unheimlichen Kreatur erschreckt wird, kann es sein, dass das Gehirn seine angstverarbeitenden Schaltkreise aktiviert und das Herz rasen lässt, um der Bedrohung zu entkommen.

Es ist auch die Aufgabe der angst-verarbeitenden Schaltkreise des Gehirns, dafür zu sorgen, dass man aus zurückliegenden Erfahrungen lernt, zu erkennen, welche Gefahrensituationen wirklich gefährlich sind, um angemessen zu reagieren. Wenn also die Angst von einem kostümierten Halloween Zombie ausgeht, wird man sich wahrscheinlich von dem Schrecken schnell wieder erholen.

Angstreaktion des Gehirns

In bedrohlicheren Situationen kann die Angstreaktion des Gehirns jedoch überlebenswichtig sein. „Die Fähigkeit, Angst zu haben, ist die Fähigkeit, die Gefahr zu erkennen, und sie ist die treibende Kraft, um einen Ausweg aus der Situation zu finden oder sich zu wehren“, so Professor Bo Li vom Cold Spring Harbor Laboratory.

Das Team um Li erforscht die Hirnkreisläufe, die der Angst zugrunde liegen, und setzt dabei ausgeklügelte neurowissenschaftliche Instrumente ein, um die Zusammenhänge abzubilden und zu erforschen, wie bestimmte Faktoren zum Angstlernen beitragen.

Ein tieferes Verständnis dieser Schaltkreise im Gehirn könnte zu besseren Möglichkeiten und Behandlungen führen, überaktive oder unangebrachte Angstreaktionen zu kontrollieren, die Menschen mit Angststörungen erleben.

Viele der Studien beginnen mit der Amygdala, einer mandelförmigen Struktur, die als Drehscheibe für die Angstverarbeitung im Gehirn gilt. Während man früher annahm, dass die Amygdala ausschließlich der Verarbeitung von Angst vorbehalten sei, erweitern die Forscher jetzt ihr Verständnis ihrer Rolle.

Li’s Team hat herausgefunden, dass die Amygdala auch für belohnungsbasiertes Lernen von Bedeutung ist. Während sie ihre Verbindungen zu anderen Teilen des Gehirns verfolgen, decken sie zusätzliche Komplexität auf.

Bildung des Angstgedächtnisses

Sie ist wichtig für die Bildung des Angstgedächtnisses, erklärt Li, aber auch für die Interaktion mit anderen Gehirnsystemen in einem anderen Verhaltenskontext.

Li und seine Kollegen waren überrascht, als sie feststellten, dass die Amygdala mit einem Teil des Gehirns kommuniziert, der für seine Rolle bei der Bewegungskontrolle bekannt ist. Es war nicht bekannt, dass diese Struktur, die als Globus pallidus bezeichnet wird, an der Verarbeitung von Angst oder der Gedächtnisbildung beteiligt ist.

Als die Forscher jedoch die Signalübertragung zwischen der Amygdala und dem Globus pallidus im Gehirn von Mäusen störten, stellten sie fest, dass die Tiere nicht lernten, dass ein bestimmtes Geräusch eine unangenehme Empfindung signalisiert.

Angstverarbeitung im Gehirn

Basierend auf ihren Experimenten könnte diese Komponente des Angstverarbeitungsschaltkreises wichtig sein, um das Gehirn zu sensibilisieren, aus welchen Situationen es sich lohnt zu lernen, sagte Li. Die vorliegenden Studienergebnisse wurden im Journal of Neuroscience veröffentlicht.

Angstforschung für bessere Behandlungen für Menschen mit Angststörungen

Zusammenfassung: Das Team von CSHL-Professor Bo Li erforscht die Gehirnkreisläufe, die der Angst zugrunde liegen. Die Forscher haben entscheidende Verbindungen aufgezeigt und herausgearbeitet, wie bestimmte Komponenten zum Angstlernen beitragen. Sie fanden im Gehirn einen bisher unbekannten Zusammenhang zwischen Angstlernen und einem Bewegungskontrollsystem. Diese Erkenntnisse der Forschung könnte zu besseren Behandlungen für Menschen führen, die an Angststörungen leiden.

(Quelle: Cold Spring Harbor Laboratory / Journal of Neuroscience)

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