Studie: Vegane Ernährung lindert Schmerzen bei rheumatoider Arthritis

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Torsten Lorenz, aktualisiert am 5. April 2022, Lesezeit: 4 Minuten

Einer neuen Studie zufolge verbessert eine fettarme vegane Ernährung ohne Kalorienbeschränkung die Gelenkschmerzen bei Patientinnen und Patienten mit rheumatoider Arthritis.

Zusätzlich konnte bei den Studienteilnehmern eine Gewichtsabnahme und eine Verbesserung des Cholesterinspiegels beobachtet werden.

Die vorliegenden Forschungsergebnisse wurde von Forschenden des Physicians Committee for Responsible Medicine durchgeführt und im American Journal of Lifestyle Medicine veröffentlicht.

Eine pflanzenbasierte Ernährung könnte für Millionen von Menschen, die an rheumatoider Arthritis leiden, ein geeignetes Mittel sein, um ihre Gelenkschmerzen zu lindern, erklärt Neal Barnard, Hauptautor der Studie und Präsident des Physicians Committee.

Zudem seien alle damit verbundenen Nebeneffekte, wie Gewichtsabnahme und Senkung des Cholesterinspiegels, nur von Vorteil.

Bei rheumatoider Arthritis handelt es sich um eine weit verbreitete Autoimmunerkrankung, die in der Regel zu Gelenkschmerzen, Schwellungen und schließlich zu dauerhaften Gelenkschäden führt.

Die Studienteilnehmer wurden zu Beginn der Untersuchung gebeten, anhand einer visuellen Analogskala (VAS) den Schweregrad ihrer schlimmsten Gelenkschmerzen in den vorangegangenen zwei Wochen zu bewerten, und zwar von „keine Schmerzen“ bis „schlimmste Schmerzen„.

Ferner wurde der Disease Activity Score-28 (DAS28) jedes Teilnehmers auf der Grundlage schmerzempfindlicher Gelenke, geschwollener Gelenke und der Werte des C-reaktiven Proteins, das Entzündungen im Körper anzeigt, berechnet. Der Wert DAS28 nimmt mit dem Schweregrad der rheumatoiden Arthritis zu.

Für die Studie wurden 44 Erwachsene, bei denen zuvor rheumatoide Arthritis diagnostiziert worden war, 16 Wochen lang einer von zwei Gruppen zugeteilt.

In der ersten Gruppe wurde vier Wochen lang eine vegane Ernährung befolgt, dann wurden drei Wochen lang bestimmte Lebensmittel weggelassen und anschließend über neun Wochen hinweg die weggelassenen Lebensmittel einzeln wieder eingeführt.

Den Teilnehmern wurden keine Lebensmittel zur Verfügung gestellt, und sie kümmerten sich selbst um die Zubereitung und den Einkauf von Lebensmitteln, wobei sie vom Forschungsteam angeleitet wurden.

Die andere Gruppe ernährte sich ohne Einschränkungen, wurde aber gebeten, täglich eine Placebokapsel einzunehmen, die in der Studie keine Wirkung zeigte. Anschließend wechselten die Gruppen 16 Wochen lang die Ernährungsweise.

Während der veganen Phase der Studie verringerte sich der DAS28-Wert im Durchschnitt um 2 Punkte, was auf eine stärkere Verringerung der Gelenkschmerzen hindeutet, verglichen mit einem Rückgang von 0,3 Punkten in der Placebo-Phase.

Die Anzahl der geschwollenen Gelenke ging in der veganen Phase im Durchschnitt von 7,0 auf 3,3 zurück, während diese Zahl in der Placebo-Phase von 4,7 auf 5 anstieg. Bei den Teilnehmern, die die Studie abschlossen, verbesserten sich die VAS-Bewertungen in der veganen Phase im Vergleich zur Placebo-Phase ebenfalls deutlich.

Auch in einer Unteranalyse, die Personen ausschloss, die ihre Medikation während der Studie erhöhten, sowie in einer weiteren Unteranalyse, die sich auf Teilnehmer beschränkte, die ihre Medikation nicht änderten, führte die vegane Ernährung zu einer stärkeren Verringerung der Beurteilungswerte der DAS28.

Zusätzlich zur Verringerung von Schmerzen und Schwellungen nahm das Körpergewicht während der veganen Ernährungsweise im Durchschnitt um etwa 6 kg ab, verglichen mit einer Zunahme von etwa 1 kg während der Placebokost. Auch der Gesamt-, LDL- und HDL-Cholesterinspiegel sank in der veganen Phase stärker.

Quellen: Physicians Committee for Responsible Medicine / Neal D. Barnard et al, A Randomized, Crossover Trial of a Nutritional Intervention for Rheumatoid Arthritis, American Journal of Lifestyle Medicine (2022). DOI: 10.1177/15598276221081819

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