Insulinreaktion - Süßstoffe

Studie: Kann Süßstoff die Insulinreaktion im Glukose-Toleranztest beeinflussen?

Insulinreaktion: Künstliche Süßstoffe wie Sucralose bieten den Geschmack von Süße ohne die im Zucker enthaltenen Kalorien – ein scheinbarer Gewinn für Menschen, die ihren Blutzucker- und Insulinspiegel oder ihr Gewicht kontrollieren wollen.

Allerdings kann das bloße Schmecken oder der Verzehr von Sucralose den Blutzucker- und Insulinspiegel bei Glukosetoleranztests beeinflussen, wie Wissenschaftler der University of Illinois im Rahmen einer neuen Studie herausfanden.

Die Ergebnisse weisen darauf hin, dass obwohl Sucralose keine Kalorien hat, sie bei einigen Konsumenten metabolische Auswirkungen haben kann, sagte Professorin M. Yanina Pepino von der Universität von Illinois, die die Forschungsarbeit leitete.

Die wichtigste Botschaft, ist laut der Wissenschaftlerin, dass bereits der süße Geschmack an sich einen Einfluss auf den Kohlenhydrat-Stoffwechsel und die Glukosekontrolle haben kann. Obwohl die Grundgesamtheit der Studie klein war, tragen die Ergebnisse zu einer Reihe von Belegen bei, die darauf hindeuten, dass Süßes in Maßen konsumiert werden sollte, unabhängig von den Kalorien, so Pepino.

Die Studie schloss 10 Personen mit gesundem Normalgewicht und 11 Personen mit Fettleibigkeit ein. Keiner der Studie-Teilnehmer hatte Diabetes oder verwendete regelmäßig künstliche Süßstoffe.

Die Versuchspersonen unterzogen sich drei oralen Glukosetoleranztests an verschiedenen Tagen im Abstand von etwa einer Woche. Bei einem Test tranken sie destilliertes Wasser, bei einem anderen Sucralose und bei einem dritten Test kosteten sie Sucralose, schluckten sie aber nicht. Die Teilnehmer führten eine dieser Aktionen 10 Minuten vor dem Trinken einer Lösung mit 75 Gramm Glukose durch.

Bei jedem Besuch wurde den Versuchspersonen ein Katheter gelegt, um in regelmäßigen Abständen Blutproben, in einer Stunde vor und fünf Stunden nach dem Trinken der Glukose zu entnehmen. Die Wissenschaftler maßen die Blutkonzentrationen der Teilnehmer an Sucralose, Insulin, Glukose und anderen Hormonen.

Die Forscher fanden heraus, dass Sucralose unterschiedliche Auswirkungen hatte, je nachdem, ob die Teilnehmer sie zu sich nahmen oder nur schmeckten und ob sie fettleibig waren.

Wenn Menschen mit gesundem Gewicht die Sucralose zu sich nahmen, sank ihr Blut-Insulinspiegel in der ersten Stunde leicht ab und ihre Insulinsensitivität stieg um etwa 50 Prozent, erklärt Clara Salame, eine Doktorandin die die Studie mitverfasst hat.

Wenn Menschen mit Adipositas jedoch die Sucralose schluckten, stiegen ihre Insulinspiegel deutlich stärker an als wenn sie Wasser tranken oder die Sucralose schmeckten, sie aber ausspuckten.

Während die Insulinreaktionen auf das Schmecken oder Schlucken der Sucralose bei Menschen mit normalem Gewicht ähnlich waren, waren diese Reaktionen bei Menschen mit Adipositas sehr unterschiedlich, so die Wissenschaftler. Deshalb vermuten sie, dass einige post-ingestive Effekte der Sucralose nur bei Menschen mit Adipositas auftreten könnten.

Die Studie umfasste jedoch ausschließlich Personen, die nicht gewohnheitsmässig künstliche Süssstoffe konsumierten und es sind weitere Studien erforderlich, um zu untersuchen, was mit der starken Wirkung von Sucralose nach einer Langzeitanwendung geschieht.

M. Yanina Pepino von der Universität von Illinois warnte davor, dass die Erkenntnisse über die post-ingetiven Wirkungen von Sucralose möglicherweise nur für Sucralose gelten, da die verschiedenen künstlichen Süßstoffe sehr unterschiedliche chemische Strukturen haben und der menschliche Körper sie unterschiedlich verarbeitet – einige werden im Magen abgebaut, während andere im Darm nicht absorbiert werden.

Da jedoch alle künstlichen Süssstoffe die Rezeptoren für den süssen Geschmack im Mund beziehungsweise auf der Zunge aktivieren, könnten die mit der Süsse verbundenen metabolischen Wirkungen verallgemeinerbar sein, so die Wissenschaftlerin.

Pepino hatte erwartet, dass der Verzehr von Sucralose und das Ausspucken ähnliche Auswirkungen wie der Konsum von Wasser haben würde; daher sei sie überrascht gewesen, dass der Insulinspiegel der Versuchspersonen allein durch den Geschmack beeinflusst wurde.

Interessanterweise stellten die Forscher fest, dass bei beiden Personengruppen – den fettleibigen und den normalgewichtigen – eine Verringerung der Insulinreaktion auf den Glukosetoleranztest auftrat, wenn sie vor dem Trinken der Glukoselösung einfach nur süß schmeckten. Es war der überraschendste Befund, der in einer neuen Studie weiter verfolgt werden soll (Autoren der Studie waren: Alexander D. Nichol, Universität von Illinois, Kristina I. Rother von den National Institutes of Healt und Professorin M. Yanina Pepino von der Universität von Illinois).

Dieser Beitrag beschäftigt sich mit einem medizinischen Thema, einem Gesundheitsthema oder einem oder mehreren Krankheitsbildern. Dieser Artikel dient nicht der Selbst-Diagnose und ersetzt auch keine Diagnose durch einen Arzt oder Facharzt. Bitte lesen und beachten Sie hier auch den Hinweis zu Gesundheitsthemen!

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