Corona: Wiederholte Booster-Impfungen sind laut WHO keine praktikable Strategie

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Torsten Lorenz, aktualisiert am 11. Januar 2022, Lesezeit: 3 Minuten

Booster-Impfungen gegen Corona: Die Experten der Weltgesundheitsorganisation (WHO) haben heute davor gewarnt, dass eine einfache Wiederholung der Auffrischungsimpfungen der ursprünglichen COVID-Impfstoffe keine praktikable Strategie gegen neu auftretende Varianten ist. Sie forderten neue Impfungen, die besser vor einer Übertragung schützen.

Laut einer Erklärung der Technical Advisory Group on COVID-19 Vaccine Composition der Weltgesundheitsorganisation (WHO) werden COVID-19-Impfstoffe benötigt, die nicht nur schwere Erkrankungen und Todesfälle verhindern, sondern auch eine hohe Wirkung auf die Verhinderung von Infektionen und Übertragungen haben und entwickelt werden sollten.

Langfristige Reaktion auf die SARS-CoV-2-Impfung bei älteren Pflegeheimbewohnern

Jüngste Forschungsergebnisse, bei denen die Konzentration von COVID-19-Antikörpern (gegen das SARS-CoV-2-Spike-Protein) sowohl vor der Impfung als auch fünf Wochen und sechs Monate nach der Verabreichung von zwei Dosen des Pfizer-Impfstoffs an Pflegeheimbewohnerinnen und -bewohner untersucht wurde, sprechen eindeutig für eine Auffrischung des Impfstoffs in dieser Bevölkerungsgruppe.

Die wichtigsten Ergebnisse: Eine vorangegangene COVID-19-Infektion, das Alter und der Grad der Gebrechlichkeit (eine geringere physiologische Reserve gegenüber Stressfaktoren, die bei Bewohnern von Pflegeheimen häufig vorkommt) waren mit den Antikörperspiegeln sechs Monate nach der Impfung verbunden. Obgleich die Antikörperspiegel im Laufe der Zeit vorhersehbar zurückgingen, war dieser Rückgang bei Personen, die zuvor keine Anzeichen einer SARS-CoV2-Infektion aufwiesen, besonders auffällig.

Außerdem waren frühere Infektionen mit deutlich höheren Antikörperspiegeln gegen Spikes nach sechs Monaten verbunden, während zunehmendes Alter und ein höheres Maß an Gebrechlichkeit unabhängig voneinander mit niedrigeren Antikörperspiegeln verbunden waren. Ein wichtiger Aspekt ist, dass die Antikörperspiegel signifikant mit der Neutralisierungskapazität (der Fähigkeit der Antikörper, das SARS-CoV-2-Virus zu neutralisieren) verbunden waren.

Diese Forschungsergebnisse verdeutlichen, wie sich eine frühere Infektion auf die langfristige Antikörperreaktion in dieser Gruppe auswirkt, und sprechen für eine kontinuierliche Auffrischungsimpfung in dieser Bevölkerungsgruppe. Sie weist auch darauf hin, dass SARS-CoV-2-naive Personen besonders anfällig sein könnten.

In der Studie wurden nur die Antikörperspiegel gegen Spikes untersucht, nicht aber die langfristigen „Gedächtnis“-Immunzellen und deren Fähigkeit, künftige Infektionen abzuwehren – ein Bereich, in dem die Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen noch forschen.

Die Ergebnisse der vorliegenden Studie, an der Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen des Trinity College Dublin, des Tallaght University Hospital (TUH) und mehrerer translationaler Forschungslabors beteiligt waren, wurden im Journal of the American Medical Directors Association (JAMDA) veröffentlicht.

Quellen: WHO / Trinity College Dublin / Adam H. Dyer et al, Previous SARS-CoV-2 Infection, Age, and Frailty Are Associated With 6-Month Vaccine-Induced Anti-Spike Antibody Titer in Nursing Home Residents, Journal of the American Medical Directors Association (2022). DOI: 10.1016/j.jamda.2021.12.001

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