Alzheimer: Was den Rückgang der kognitiven Fähigkeiten beeinflusst

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Medizin Doc Redaktion, Beitrag vom 18. Oktober 2021

Eine Studie des Rush University Medical Center zeigt: Ein hohes oder mittleres Maß an körperlicher Aktivität war bei Menschen mit hohen oder niedrigen Tau-Werten mit einem langsameren kognitiven Verfall verbunden als bei Menschen mit wenig körperlicher Aktivität.

Die Ergebnisse wurden unter der Leitung von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern des Rush University Medical Center in JAMA Network Open veröffentlicht. In der Studie stellten die Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen fest, dass die Messung des Tau-Spiegels, eines Proteins, das ein Kennzeichen für Alzheimer ist, im Blut helfen könnte, Menschen zu identifizieren, die von einer frühzeitigen Behandlung zur Verlangsamung des kognitiven Verfalls profitieren könnten.

Bei Menschen, die an Alzheimer erkrankt sind, kommt es zu einer unnatürlichen Anhäufung von Tau, das sich zu Proteinknoten im Gehirn zusammenbindet. Höhere Tau-Werte werden mit einem Rückgang der kognitiven Fähigkeiten und einer Zunahme von Gedächtnis- und Denkproblemen in Verbindung gebracht.

Die Forschung hat gezeigt, dass körperliche Aktivität dazu beitragen kann, den kognitiven Verfall zu verlangsamen, aber es war bislang nicht bekannt, ob das Ausmaß der körperlichen Aktivität mit einem langsameren kognitiven Verfall bei Menschen mit hohen Tau-Werten in Verbindung steht.

Ein Team von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern verwendete Daten von mehr als 1100 älteren Erwachsenen, die zwischen 1993 und 2012 an einer großen Studie namens Chicago Health and Aging Project (CHAP) teilnahmen. Die CHAP-Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen bewerteten die kognitiven Funktionen mit verschiedenen Tests, befragten die Teilnehmer zu ihrer körperlichen Aktivität und entnahmen Blutproben von den Teilnehmern, die zu Beginn der Studie nicht an Alzheimer erkrankt waren.

Im Jahr 2019 maßen die Forscher in den Blutproben, die eingefroren worden waren, die Tau-Konzentrationen und verglichen die Raten des kognitiven Abbaus bei Personen mit hohen und niedrigen Tau-Konzentrationen und hohem, mittlerem und niedrigem körperlichen Aktivitätsniveau.

Die Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen fanden heraus, dass bei den Teilnehmern mit hohen Tau-Konzentrationen diejenigen, die ein mittleres Maß an körperlicher Aktivität angegeben hatten, eine um 58 Prozent langsamere Rate des kognitiven Verfalls aufwiesen als Teilnehmer mit einem geringen Maß an körperlicher Aktivität.

Bei denjenigen, die ein hohes Maß an körperlicher Aktivität angaben, war der kognitive Leistungsabfall um 41 Prozent langsamer als bei denjenigen, die nach eigenen Angaben ein geringes Maß an körperlicher Aktivität aufwiesen. Bei Teilnehmenden mit niedrigen Tau-Konzentrationen war der kognitive Verfall bei Personen mit hoher körperlicher Aktivität deutlich langsamer als bei Menschen mit mittlerer oder geringer körperlicher Aktivität.

Die Studie wies einige Einschränkungen auf: Es wurde zwar die Dauer, nicht aber die Intensität der körperlichen Aktivität gemessen. Die Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen stellen außerdem fest, dass die Rate des kognitiven Rückgangs bei Teilnehmern mit mittlerem Aktivitätsniveau manchmal niedriger war als bei Teilnehmern mit hohem Aktivitätsniveau; die Gründe für diese Abweichung sollten weiter untersucht werden.

Die Resultate der Untersuchung deuten darauf hin, dass die Messung von Proteinen – wie Tau – im Blut dabei helfen könnte, Personen zu identifizieren, die von einer erhöhten körperlichen Aktivität oder anderen Verhaltensänderungen profitieren würden, die den kognitiven Verfall verlangsamen könnten. Die Messung solcher Proteine könnte auch dazu beitragen, dass künftige Studien den Nutzen von Verhaltensänderungen bei Menschen mit einem höheren Alzheimer-Risiko messen.

Quelle und Autoren: Rush University Medical Center / National Institute on Aging / JAMA Network / Desai P, et al. Longitudinal association of total tau concentrations and physical activity with cognitive decline in a population sample. JAMA Network Open. 2021;4(8): e2120398. doi: 10.1001/jamanetworkopen.2021.20398.

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